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Einleitung (Elektrizität)

Elektrizität ist allgegenwärtig

Das Phänomen der Elektrizität gehört für uns heute zum Alltag. Wir benutzen sie täglich wie Wasser zum Waschen und Trinken, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein und uns genau Gedanken darüber zu machen. Nur wenn sie einmal plötzlich nicht mehr da ist, merken wir, wie sehr wir heutzutage schon von ihr abhängig sind und was alles ohne sie nicht läuft.

Aber es gibt noch viele andere Dinge um uns herum, die mit Elektrizität zu tun haben, die aber so normal für uns sind, dass wir sie nicht unbedingt mit ihr in Verbindung bringen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihnen Ihr Auto manchmal "eins auswischt" und Sie bei dem Versuch, nach dem Aussteigen die Autotür zu schließen, einen schmerzhaften Schlag bekommen? Oder Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Haare zu Berge stehen, nachdem Sie sich gekämmt oder sich einen Pullover aus synthetischen Material über den Kopf gezogen haben? Zuweilen knistert es auch verdächtig.

Wissen Sie eigentlich, warum Sie in der Badewanne nicht die Haare fönen sollten? Oder warum man bei Gewitter vom Bademeister im Freibad aus dem Wasser gejagt wird? Es besteht Lebensgefahr, klar. Das weiß man spätestens seit der letzten Leiche im Freitagskrimi. Aber warum eigentlich?

Bleiben wir bei Gewittern: Wie entstehen Blitze? Warum sind wir in einem Auto vor ihnen sicher und warum sollen wir uns nicht in der Nähe hoher, spitzer Dinge wie z.B. einem Baum oder einem aufgespannten Regenschirm aufhalten?

Eine andere Ungerechtigkeit: Ist Ihnen schon einmal das Schild "Lebensgefahr" an einem Hochspannungsmast aufgefallen, das Ihnen unter Lebensgefahr das Hinaufklettern und Genießen der Aussicht verbietet? Warum sitzen nun aber ganze Vogelschwärme straflos dort oben, ohne sich um das Verbot im geringsten zu kümmern?

Auch im Haushalt gibt es Vieles, das sich auf die Elektrizität zurückführen lässt. Neben den selbstverständlichen Dingen wie der guten, alten Glühbirne, dem Wasserkocher oder dem Ventilator sei hier nur die Frischhaltefolie genannt. Warum klebt sie so schön am Plastikbehälter? Eine äußerst praktische Eigenart, unter Umständen auch sehr lästig, aber auch sie hat mit Elektrizität zu tun, wie wir später sehen werden.

Ähnlich lässt sich auch erklären, warum dieser Bildschirm, an dem Sie gerade sitzen, schon wieder so furchtbar verstaubt ist, den Staub gar magisch anzuziehen scheint.

Auch dass die Ausdrucksweise, eine Batterie sei voll oder leer, so nicht ganz richtig ist, werden wir im Weiteren zu erklären versuchen.

Während Sie hier sitzen und sich überlegen, auf was wir nun hinauswollen, verarbeitet Ihr Gehirn mit Hilfe von Millionen elektrischer Impulse die aufgenommenen Informationen und gibt Befehle an Ihre Organe und Muskeln weiter.

Tiere wie der Aal oder der Zitterrochen benutzen elektrische Schläge sogar, um ihre Beute zu erlegen. (Keine Angst, Ihr Auto will Sie sicher nicht erlegen.)

Selbst in der Industrie findet Elektrizität rege Anwendung. Hier sei nur die Elektrolyse genannt, mit deren Hilfe Autokarosserien verchromt oder lackiert werden oder im Hall-Heroult-Prozess Aluminium gewonnen wird.

Elektrizität ist also überall! Um nun die hier aufgeworfenen Fragen zu beantworten, werden wir uns in diesem Modul insbesondere mit dem Elektrischen Feld beschäftigen.

Dazu klären wir im ersten Teil die Begriffe der elektrischen Ladung und - allerdings nur kurz - des elektrischen Stromes und gehen dann im zweiten Teil zur Elektrostatik, der Lehre ruhender Ladungen, über.

Am Ende haben wir dann hoffentlich alle hier aufgeworfenen Fragen beantwortet.

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