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Geschäumtes Polystyrol

Wärmedämmung

In diesem Bereich konkurriert PS-E mit Mineralwolle und Polyurethan-Hartschaum. Während sich die Wärmeleitfähigkeiten von Mineralwolle und PS-E kaum unterscheiden, liegt die von Polyurethan-Hartschaum deutlich niedriger — niedriger sogar als die Wärmeleitfähigkeit von Luft.

Tab.1
Wärmeleitfähigkeiten in W/(m·K)
Expansionsgeschäumtes Polystyrol mit Dichte 30 g/m³ 0,032
Polyurethan-Hartschaum mit Dichte 30 g/m³ 0,019 bis 0,024
Luft 0,025

Der Grund für die unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten liegt in der verschiedenen Zusammensetzung der Gasphasen. Mineralwolle und PS-E sind mit Luft gefüllt, während Polyurethan-Dämmstoff hauptsächlich Treibmitteldampf enthält (meist Pentan). Pentandampf leitet die Wärme deutlich schlechter als Luft.

Um dieselbe Dämmwirkung wie eine 5 cm dicke Schicht aus Polyurethan-Hartschaum zu erzielen, sind 8 cm PS-E oder 9 cm Steinwolle erforderlich.

Polyurethan-Hartschaum hat PS-E deshalb als Dämmstoff für Kühlschränke verdrängt. Im Bausektor jedoch kann sich PS-E behaupten, da die Materialkosten geringer sind.

Abb.1
Mit freundlicher Genehmigung der BASF AG

Formgeschäumte Platten aus PS-E werden auf die vorhandene hölzerne Ziegellattung aufgelegt. Die Dachziegel werden dann direkt auf die Dämmelemente umgedeckt.

Dämmstoffe aus PS-E sind nicht nur in Form von Dämmplatten und Formteilen auf dem Markt. Zur nachträglichen Dämmung des Luftspalts in einem zweischaligen Mauerwerk gibt es aufgeschäumte Polystyrolpartikeln zum Einblasen (Dämmschüttung).

PS-E kann auch in mineralischen Baustoffen fest eingebunden als Wärmedämmung dienen. In Dämmputzen und Leichtmörteln sind den Putz- und Mörtelmischungen kleinteilige aufgeschäumte Polystyrolpartikel zugemischt. Die trockenen Fertigmischungen brauchen vor der Verarbeitung nur noch mit Wasser angerührt zu werden.

Abb.2
Dämmputz

Dämmputze können in einer Dicke bis zu 6 cm in einem Arbeitsgang aufgespritzt werden (Bild links). Drei bis fünf Tage nach der Aufbringung der Dämmputzschicht wird ein Mineralputz zum Schutz der Oberfläche aufgetragen. Dämmputze erlauben auch unkonventionelle Fassadengestaltung wie bei diesem Hundertwasserhaus in Darmstadt (Waldspirale).

PS-E-Leichtbeton, besser bekannt als Styropor®-Beton, ist ein mineralisch gebundener Beton mit Zuschlag von PS-E. Neben einer guten Wärmedämmung bietet er gute Schalldämmeigenschaften und Brandsicherheit. PS-E-Leichtbeton ist ein Beispiel für die Wiederverwertung, da überwiegend gemahlene Schaumstoffabfälle als Betonzuschlag verwendet werden.

Abb.3
Mit freundlicher Genehmigung der BASF AG

Wandelement aus Styropor®-Beton. Aussparungen und Öffnungen können einfach mit einer Säge ausgeschnitten werden. Durch Füllen röhrenförmiger Hohlräume mit Schwerbeton kann das Wandelement später sogar tragende Funktion übernehmen.

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