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Anwendungen von Standard-PS, PS-I und SBS

Medizin und Labor

Die gute Gewebeverträglichkeit, Sauberkeit und die meist niedrigen Herstellungskosten sind einige der Gründe für die zunehmende Verwendung von Kunststoffen im Gesundheitswesen. Inzwischen bestehen 45 % aller weltweit hergestellten medizinischen Produkte aus Kunststoffen aller Art. Über 80 % davon entfallen auf die Standardkunststoffe PVC, Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol.

Polystyrol ist im Medizinbereich der mit Abstand wichtigste Verpackungskunststoff. Verpackungen sollen medizinische Artikel sehr oft nicht nur schützen, sondern auch steril halten. Polystyrol eignet sich besonders gut zur Sterilisation mit Hilfe von γ-Strahlen, da es gegen diese Strahlenart sehr beständig ist.

Abb.1
Infusionsset

Das Tropfschauglas des Infusionssets ist aus Polystyrol hergestellt. Das Oberteil mit dem Durchstoßdorn ist hochsteif, denn der Dorn muss in die Infusionsflasche eingestochen werden können. Dieses Oberteil besteht aus dickwandigem Standard-Polystyrol. Mit dem Unterteil wird der Pegelstand der Infusionslösung eingestellt. Es muss reversibel verformbar sein und besteht aus dünnwandigem SBS-Blockcopolymerem.

Im Laborbereich wird Polystyrol für Blutröhrchen, Küvetten, Petrischalen und andere Einweg-Laborartikel verwendet, bei denen es auf hohe Transparenz ankommt.

Abb.2
Pipette, Ständer und Flaschen aus SBS

Nicht geeignet sind Standard-PS und SBS für wiederverwendbare Instrumente, die mit Heißdampf sterilisiert werden müssen. Dies ist ein potenzielles Anwendungsgebiet für syndiotaktisches Polystyrol (PS-S). Ist zusätzlich Transparenz erforderlich, wird z.B. Polysulfon verwendet.

Abb.3
Polysulfon
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