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Vom Monomer zum Werkstoff - Styrol, das Chamäleon unter den Monomeren

Synthese von Styrol

Styrol muss synthetisiert werden, da es im Crackbenzin in nur geringem Anteil enthalten ist, und der technische Bedarf so keinesfalls gedeckt werden kann. Ein großes Problem war hier zunächst die bereits von Simon beobachtete Polymerisation des Styrols beim bloßen Erwärmen. Der industrielle Durchbruch gelang in den Ludwigshafener Labors der I.G. Farben. Hier wurde in den 1920er Jahren intensiv an der Erforschung neuer Kunststoffe gearbeitet. Für die Styrolsynthese konnten Hermann Mark und Carl Wulff das Problem der vorzeitigen Polymerisation des Styrols lösen. 1929 ließen sie für die I.G. Farben das Styrolverfahren patentieren, 1936 war es dann technisch ausgereift.

Technisch wird Styrol heute überwiegend aus Ethylbenzol hergestellt. Wie bereits 1868 von Berthelot beschrieben, basiert dieses Verfahren auf der katalytischen Dehydrierung von Ethylbenzol an Mischoxiden bei hoher Temperatur. Die damals in rotglühenden Röhren durchgeführte Dehydrierung enthält bereits wesentliche Merkmale der später durchgeführten großtechnischen Prozesse.

Abb.1
Styrolsynthese aus Ethylbenzol

Etwa 10 % der jährlich produzierten Menge an Styrol wird über den Koppelprozess der indirekten Propenoxidation hergestellt. Ausgangsprodukt ist hierbei ebenfalls Ethylbenzol.

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