Bei Stufenreaktionen vom Typ AA//BB verhindern Verunreinigungen Abweichungen von dem äquimolaren Stoffmengenverhältnis der funktionellen Gruppen hohe Polymerisationsgrade. Die Reaktion kann nur so lange fortschreiten, bis die im Unterschuss vorhandene Komponente verbraucht ist. Die Abhängigkeit des Polymerisationsgrades vom Stoffmengenverhältnis der beiden miteinander reagierenden funktionellen Gruppen und dem Umsatz beschreibt die folgende Form der Carothers-Gleichung (1).
(1)Beim Einsatz der Komponente AA, die mit 5 % Verunreinigungen behaftet ist, und einer
100 % reinen Komponente BB beträgt r = 0,95. Bei einem vollständigen Umsatz von AA, d.h. p = 1,
ergibt sich für
Man kann hier also auch bei vollständigem Umsatz der Unterschuss-Komponente nur einen mittleren Polymerisationsgrad von 39 erreichen. Dies würde bei einer angenommenen Molmasse der Struktureinheit (also bei Reaktionen vom Typ AA//BB dem Mittelwert der Summe beider Monomereinheiten abzüglich der Molmasse des Nebenproduktes) von 100 g/mol einer mittleren Polymer-Molmasse von ca. 3.900 g/mol entsprechen.
Im Falle von r = 0,95 und p = 0,9 erhält man einen Wert von nur 8,125 für
Während bei vollständigem Umsatz noch ein Polymerisationsgrad von 39 erzielt werden kann, reduziert sich dieser bei 90 % Umsatz auf etwa ein Fünftel davon.
Die einfacheren Gleichungen bei äquimolarem Ansatz (NA0 = NB0) bzw. vollständigem Umsatz kann man als Grenzfälle der ausführlichen Betrachtung auffassen.
| äquimolarer Ansatz | r = 1 |
| |||
| 100 % Umsatz | p = 1 |
| |||
| Tab.1Grenzfälle | |||||