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Polyamidfasern

Perlon

Poly(ε-caprolactam) wurde 1938 von Paul Schlack bei der IG Farben entwickelt und erhielt den Handelsnamen "Perlon". Seine Eigenschaften und Einsatzgebiete ähneln sehr stark denen des von Carothers bei DuPont synthetisierten Nylon. Die IG Farben schloss daher 1939 mit DuPont einen Vertrag über die Verwertung der Verfahren und später den Austausch der Patente und die Aufteilung der Absatzgebiete. Anfänglich fand Perlon als Faser für die Herstellung von Damenstrümpfen Anwendung, später wurde es dann für Rüstungszwecke eingesetzt, u.a. in Fallschirmen, Militärmänteln, Pistolengriffen und Flugzeugreifen.

Abb.1
Poly(ε-caprolactam) alias Perlon oder PA 6

Der IUPAC-Name lautet Poly[imino-(1-oxohexamethylen)].

Eigenschaften

Die Eigenschaften von Perlon und Nylon unterscheiden sich kaum. Auch Perlon weist eine hohe Reiß-, Knickbruch- und Scheuerfestigkeit auf, ist leicht, hoch elastisch, strapazierfähig und sicher vor bakterieller Fäulnis, Motten und Termiten.

Die Glasübergangstemperatur ist mit 60 °C etwas niedriger als die von Nylon, auch der Schmelzpunkt ist mit 215 °C geringer. Die Dauerwärmebeständigkeit liegt bei 105 °C. Zwischen den Ketten können sich weniger Wasserstoff-Brücken bilden als bei Nylon. Dies führt auch zu einer etwas höheren Wasseraufnahme.

Verwendung

Perlon-Monofile werden als Angelschnüre, Borsten, Zahnbürsten, Taue, Seile, Netze und Abspanndrähte eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Reißverschlüsse oder Pressfilze für Papiermaschinen. Daneben werden aus Perlon die gleichen Arten von Textilien wie bei Nylon hergestellt.

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