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Phenoplaste

Verwendung der Phenoplaste

In der Elektroindustrie haben Phenoplaste als Material für Isolatoren große Bedeutung. Auch als Bindemittel für die Gießereitechnik, für Schleifscheiben, Brems- und Kupplungsbeläge, für Mineralwollisolierungen, Hartpapier und Hartgewebe usw. sind Phenolharze unersetzlich.

Abb.1
Elektroschalter und Abdeckung aus Phenolharzen
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Sandretto-Kunststoffmuseums, http://www.sandretto.it/museo/.

Phenolharz-Pressmassen werden mittels beheizter Walzen oder Extruder geformt. Hier werden vor allem Novolake mit Hexamethyltetramin, Füllstoffen und Zusätzen vermengt. Einfache Formteile können durch Spritzpressen oder Spritzgießen hergestellt werden. Die Produkte sind z.B. Steckdosen, Schaltergehäuse, Zahnräder, Bügeleisengriffe, Pfannenstiele oder Herdleisten. Als Füllstoffe kommen Holzmehl, Cellulosepulver, Mehl aus Kokosnuss- oder Walnussschalen bzw. Olivenkernen, Kautschuk, NBR, Gesteinsmehle, Glasfasern, Asbestfasern, Textilschnitzel, Polyacrylfasern, PET-, Polyamid-, Aramid-, Metall- oder Borfasern in Frage. Letztere werden z.B. für Bremsbeläge verwendet. Auch als Bindemittel für Gießereisande werden Phenolharze eingesetzt.

Die Einarbeitung von Novolak-Hexamethylentetramin-Gemischen in Gummi führt zu Produkten größerer Härte. Diese werden z.B. für Autoreifen, aber auch für feste Karosserieteile eingesetzt.

Nicht vernetze Novolake wurden schon früh als Lacke eingesetzt. Wegen ihrer Empfindlichkeit gegen Verfärbung wurden sie jedoch inzwischen durch andere Materialien ersetzt. In der Offsetdrucktechnik werden Novolake zusammen mit Diazo-Verbindungen auf Platten aufgebracht und belichtet. Dabei entstehen alkalilösliche Zersetzungsprodukte der Diazo-Verbindungen. Nach deren Entfernung bleibt eine hydrophobe Schicht auf den nicht belichteten Teilen der Platte. Diese lässt sich mit Druckfarbe benetzen.

Wasserlösliche Resole werden vor allem als Leim für Holz und Holzspäne und als Bindemittel für Fasern oder körniges Material eingesetzt. Die Härtung wird bei 100 bis 180 °C und häufig unter Druck durchgeführt, um die Entstehung von Gasblasen zu vermeiden.

Alkalische Resol-Lösungen werden vor allem für die Herstellung von Spanplatten verwendet. Diese sind feuchtigkeitsbeständig und eignen sich daher für die Herstellung von Außenwänden.

Für Montageleime werden oft Kondensate aus Resorcin und Formaldehyd benutzt. Unmittelbar vor der Anwendung werden sie mit weiterem Formaldehyd versetzt. Das Resorcin reagiert selbst bei Raumtemperatur und darunter sehr rasch. Solche Verleimungen sind mechanisch sehr belastbar und wasserbeständig.

Die Imprägnierung von Papier mit nachfolgender thermischer Vernetzung liefert hochwertige Schichtpressstoffe, die als Isolier- und Konstruktionsmaterial Verwendung finden. Hierfür werden nichtmodifizierte Resole, die in die Faser eindringen, zusammen mit ölmodifizierten Resolen verwendet, die auf der Oberfläche der Fasern bleiben und diese miteinander verbinden.

Auch Schaumstoffe können mit Hilfe wasserlöslicher Resole hergestellt werden. Zur Verschäumung ist der Zusatz von Treibmitteln, z.B. niedrig siedender Kohlenwasserstoffe, und von oberflächenaktiven Substanzen nötig. Diese Schäume sind fest, spröde, hart und relativ schwer entflammbar. Sie werden z.B. als Blumensteckschaumstoff verwendet.

Resole aus para-Alkylphenolen können nicht selbst vernetzen, aber z.B. durch andere polyfunktionelle Substanzen, wie fette Öle, vernetzt werden. Daraus werden Öllacke mit guten Trocknungseigenschaften und hoher Wasserbeständigkeit gewonnen. Auch naturharzmodifizierte Phenolharze werden in Lacken und Druckfarben eingesetzt.

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