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Einführung in die Polykondensation

Übersicht über die Produkte der Polykondensation

Polyester und Polyamide

Polyester und Polyamide sind bedeutende Polykondensate, die auf ähnliche Weise gebildet werden. Die Produkte haben als Faserstoffe große Bedeutung und finden auch als technische Thermoplaste Anwendung. Anzumerken ist, dass auch Proteine und Polypeptide Polyamide sind. Dazu zählen — neben Eiweiß — z.B. auch die Naturstoffe Wolle und Seide.

Die Bildung von Polyestern und Polyamiden verläuft analog wie die Bildung von "einfachen" Estern und Amiden, wie sie aus der organischen Chemie allgemein bekannt sind. Polyester können z.B. aus einer Dicarbonsäure und einem Dialkohol unter Säurekatalyse oder durch die Reaktion eines Disäurechlorids mit einem Dialkohol hergestellt werden. Auch die Umesterung von Dicarbonsäureestern mit Diolen ist vorteilhaft, da sich Ester häufig einfacher reinigen lassen. Bei der Amidbildung wird anstatt des Alkohols ein Diamin eingesetzt. Auch hier können Dicarbonsäuren oder deren Dichloride als Reaktionspartner dienen.

Phenoplaste und Aminoplaste

Phenoplaste und Aminoplaste sind Polykondensate aus Phenolen und Aldehyden bzw. Aminen und Aldehyden, insbesondere aus Formaldehyd. Die unter alkalischer oder saurer Katalyse gewonnenen Addukte sind Präpolymere oder Reaktionsharze. Durch Vernetzung der im Molekül enthaltenen freien Hydroxy-, Phenol- oder Amino-Gruppen werden sie in Duromere überführt. Sowohl die Reaktionsharze selbst als auch die vernetzten Produkte werden vielfach Pheno- bzw. Aminoplaste genannt.

Die Phenoplaste gehören zu den ältesten synthetisch gewonnenen Polymeren. Heute noch finden sie als Formmassen z.B. für Isolatoren, als Bindemittel für Schichtpressstoffe oder als Lackharze Verwendung. Aminoplaste fallen in helleren Farben an und sind etwas weniger feuchtigkeits- und spannungsrissbeständig als Phenoplaste, werden aber auf ähnlichen Gebieten eingesetzt.

Silicone

Die Silicone nehmen eine Zwischenstellung zwischen den anorganischen Silikaten und den organischen Polymeren ein. Die Polykondensation erfolgt durch Hydrolyse von Alkylchlorsilanen, vor allem von Methylchlorsilanen. Dabei werden die Chloratome durch Hydroxy-Gruppen ersetzt. Die dabei entstehenden Silanole kondensieren sofort. Je nach Anzahl der Chlorsubstituenten im Ausgangsmaterial erhält man dabei lineare, verzweigte, vernetzte oder ringförmige Produkte. Silicone werden als Öle, Harze und Kautschuke verwendet.

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