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Aminoplaste

Technische Synthese von Harnstoff-Formaldehyd-Harz

Harnstoff wird mit überschüssigem Formaldehyd (Stoffmengenverhältnis bis zu 1 : 3,5) unter meist alkalischen Bedingungen umgesetzt. Es entstehen hydroxymethylgruppenhaltige Verbindungen, die unter Wasseraustritt kondensieren. Es bildet sich ein lineares, überwiegend methylenverbrücktes Vorkondensat mit sechs bis acht Harnstoffgruppen. Endgruppen bilden die Amino-Gruppen des Harnstoffs oder Methylol-Gruppen. Die Kondensation wird üblicherweise durch Abkühlen und Einstellen eines schwach alkalischen pH-Wertes abgebrochen, solange das Produkt noch flüssig und schmelzbar ist. Dieses kann direkt als Klebstoff (Holzleim) eingesetzt oder nach Vermischen mit Füllstoffen als Formmasse verarbeitet werden. Die Vernetzung wird mit Hilfe saurer Katalysatoren durchgeführt. Auch gehärtete Formmassen weisen immer noch Methylol-Gruppen auf, die hydrolyseempfindlich sind und zu einer relativ geringen Beständigkeit gegen Wasser führen. Durch Mischkondensation mit Melamin und/oder Phenol lässt sich die Wasserfestigkeit verbessern.

Anstelle von Formaldehyd werden auch gelegentlich Acetaldehyd, Isobutyraldehyd, Crotonaldehyd oder Glyoxal eingesetzt. Für Textilhilfsmittel wird ein Teil des Harnstoffs durch Thioharnstoff ersetzt. Harnstoff-Formaldehyd-Harze können auch mit Alkoholen, Ammoniak und Aminen oder mit Hydrogensulfiten und Sulfiten modifiziert werden.

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