zum Directory-modus

Einführung in die Reaktionstechnik

Ausschluss von Verunreinigungen

Ein wichtiger Aspekt der großtechnischen Umsetzung von Polymerisationen ist die Reinheit der verwendeten Substanzen und, abhängig vom Reaktionstyp, auch der Ausschluss allgegenwärtiger Stoffe wie Wasser, Sauerstoff oder Kohlenstoffdioxid. Im Allgemeinen ist hohe Reinheit erforderlich. Polymerisationen sind generell gegen Verunreinigungen empfindlich, die radikalische allerdings deutlich weniger als die ionischen Varianten.

Fremdstoffe lassen sich gemäß ihrer Herkunft folgendermaßen zuordnen:

  • Verunreinigungen aus Herstellungsprozessen (z.B. mehrstufige Synthesen, nicht sauber abgetrennte Zwischenprodukte)
  • Verunreinigungen aus Lagerungsprozessen (z.B. Schwermetalle, Luftsauerstoff)
  • zugesetzte Stabilisatoren (z.B. 4-tert-Butylcatechol (TBC) für Styrol)

Verunreinigungen können den gewünschten Reaktionsverlauf verändern, indem sie

  • den Startzeitpunkt der Reaktion verzögern,
  • den Polymerisationsgrad erniedrigen,
  • die Wahrscheinlichkeit von Übertragungsreaktionen erhöhen,
  • die Polymerisation abbrechen,
  • unerwünschte Nebenreaktionen (z.B. Copolymerisatbildung) eingehen.
Seite 4 von 11