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Recycling von Polymeren

Recycling von Altreifen

In industrialisierten Ländern fallen ca. 8 kg Altreifen pro Jahr und Einwohner an. Da sich Altreifen nicht mehr kompaktieren lassen und außerdem nicht biologisch abbaubar sind, können sie kaum mehr über Deponien entsorgt werden. Daher werden Altreifen entweder zerkleinert (werkstoffliches Recycling) und zu Gummigranulat bzw. -mehl verarbeitet, als Brennstoff (thermisches Recycling) z.B. in Zementwerken eingesetzt oder der Pyrolyse (chemisches Recycling) zugeführt.

Reifen bestehen aus einem Stoffgemisch (Verbundstoff):

Werkstoffliches Recycling

Da es sich bei Reifen um ein widerstandsfähiges, zähes Material handelt, ist die Zerkleinerung aufwändig und teuer. Die Stofftrennung ist dann das nächste Problem. Der abgetrennte Kautschukbestandteil wird zu Mehl oder Granulat weiterverarbeitet. Dieses kann zu einem gewissen Prozentsatz wieder als Füllstoff in frischen Kautschukmischungen eingesetzt werden. Das Granulat bzw. Mehl kann aber auch entvulkanisiert werden und so leichter wieder in den Produktionskreislauf eingeführt werden. Es werden folgende Methoden angewendet:

  • Reclaim-Prozess (Erhitzen des Materials, beeinträchtigt aber die Materialeigenschaften, da Polymerketten abgebaut werden),
  • Mikrowellenverfahren (kam über den experimentellen Status nicht hinaus),
  • mechanisches Entvulkanisieren,
  • Ultraschall-Verfahren (noch in der Forschung),
  • bakterielle Entvulkanisation.

Verwendet werden die Granulate für Sportböden, im Garten- und Landschaftsbau (Fußball- und Golfplätze), Ölbindemittel und als Zuschlagsstoff im Asphalt.

Chemisches Recycling - Pyrolyse

Die zerkleinerten Reifen werden unter Sauerstoff-Ausschluss auf ca. 600 °C erhitzt. Es kommt zur Zersetzung des Kautschuks und der Textilfasern.

Thermisches Recycling

Aufgrund des hohen Heizwertes (9,0 kWh/kg) eignen sich Reifen sehr gut als Heizmaterial. Sie werden vor allem in Zementwerken, Papiermühlen und Heizkraftwerken verwendet.

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