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Polymere in der Medizintechnik

Polylactide als Matrix zur kontrollierten Abgabe von Medikamenten

Polylactide und Polylactid-co-glycolide eignen sich auch hervorragend zum Verkapseln von Medikamenten, die erst nach dem Auflösen des Polymers freigesetzt werden. Diese so genannten parenteralen Depotarzneien (parenteral = unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes) können als Implantat oder durch Injektion verabreicht werden. Sie können über Tage, Wochen oder Monate hinweg Medikamente abgeben und somit einen Wirkstoffspiegel aufrecht erhalten (Controlled Drug Delivery). Dies ist besonders günstig bei der Behandlung chronischer Krankheiten oder für Dauertherapien (z.B. Chemotherapie, Hormonsubstitution, Bluthochdrucktherapie).

Abb.1
Controlled Drug Delivery

obere Reihe: verschiedene Formen parenteraler Depot-Wirkstoffzubereitungen: links: Reservoir-Typ, Mitte: "Solid Dispersion", rechts: "Solid Solution" untere Reihe: Freisetzung des Wirkstoffes (dunkelbraun) beim Zerfall der Polymermatrix (hellbraun)

Die Freisetzung der Medikamente wird durch das Eindringen von Wasser mit Quellungsprozessen, die Diffusion der Wirkstoffe im Polymer und die Erosion der Polymermatrix beeinflusst.

Auch Polycaprolacton, Polyglycolide und Polyhydroxybuttersäure werden als biologisch abbaubare Matrix für parenterale Depotarzneien oder andere Systeme der kontrollierten Wirkstoffabgabe eingesetzt.

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