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Polymere in der Medizintechnik

Anforderungen an Polymere in der Medizintechnik

Je nach Einsatzgebiet müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllt werden: Kunststoffe in technischen Geräten und Materialien, die außerhalb des Körpers eingesetzt werden, dürfen keine schädlichen Inhaltsstoffe an die Infusionslösungen, Medikamente oder Körperflüssigkeiten abgeben, mit denen sie in Berührung kommen. Wiederverwendbare Hilfsmittel etc. müssen sterilisierbar sein.

Abb.1
Infusionsbeutel und -Schläuche, Spritze aus verschiedenen Kunststoffen

Viel komplexer ist das Anforderungsprofil an Polymere für den Einsatz im menschlichen Körper. Hier unterscheidet man je nach Anwendungsgebiet. Allen gemeinsam ist die Mindestanforderung der Biokompatibilität: Die Materialien sowie ihre eventuellen Abbauprodukte müssen mit körpereigenen Zellen und Geweben verträglich sein und dürfen keine Substanzen in toxischen Konzentrationen freisetzen.

Implantate, die im Körper verbleiben, sollten inert und langlebig sein und eventuell ins Gewebe eingekapselt werden. Andere Werkstoffe sollten sich, nachdem sie ihre Funktion erfüllt haben, z.B. die Förderung der Regeneration von Knochen und Gewebe, in unschädliche und biologisch abbaubare Bestandteile auflösen bzw. resorbiert werden. Ähnliches gilt für Nahtmaterialien und Drug Delivery Systeme, die durch Auflösen am Zielort Wirkstoffe freisetzen.

Auch reaktive Polymere werden in der Medizintechnik eingesetzt, etwa als Knochenzement, Dentalkleber oder aushärtbares Zahnfüllungsmaterial. Hier ist darauf zu achten, dass keine toxischen Wirkungen von den Monomeren oder Präpolymeren ausgehen.

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