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Vernetzungsverfahren - "Vulkanisation" ohne Schwefel

"Kaltvulkanisation"

Während die Vulkanisation mit elementarem Schwefel als "Heißvulkanisation" durchgeführt wird, wurde schon 1846 von Alexander Parkes eine Methode entdeckt, Kautschuk bei niedriger Temperatur zu vernetzen. Anstatt Schwefel setzte er dazu in Schwefelkohlenstoff gelöstes Schwefeldichlorid ein.

Diese Kaltvulkanisation wurde oft auch mit Dischwefeldichlorid durchgeführt. Sie diente vor allem zur Herstellung dünner Schichten. Gummihandschuhe wurden z.B. durch Eintauchen eines Formkörpers in Latexemulsion und anschließendes Eintauchen in eine Lösung von S2Cl2 in CS2, Benzin oder Benzol hergestellt. Dabei entstehen Brücken, die nur ein Schwefelatom enthalten. In einer NH3-Atmosphäre wurde die entstandene Salzsäure neutralisiert und das überschüssige Dischwefeldichlorid zersetzt. Dieses Verfahren hat heute keine Bedeutung mehr.

Für Artikel, die zu groß sind, um aufgeheizt zu werden, z.B. Innenbeschichtungen für Behälter zum Korrosionsschutz wird eine Vernetzung bei niedrigen Temperaturen durch den Einsatz von Dithiocarbamaten ermöglicht.

Abb.1
Beispiel für Dithiocarbamate: Zink-N,N-dimethyldithiocarbamat
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