zum Directory-modus

Polymere Netzwerke - Einführung

Beispiel Ethylen-Acrylsäure-Copolymere

Ein Polymer - drei verschiedene Vernetzungsarten

Copolymere aus Ethylen und Acrylsäure können physikalisch, ionisch und kovalent vernetzt werden.

Durch radikalische Copolymerisation von Ethylen und Acrylsäure entstehen stark verzweigte Polymerisate, die einen molaren Anteil von 3,5 bis 20 % Acrylsäure-Einheiten enthalten. Die Carboxy-Gruppen bewirken eine sehr gute Haftung auf polaren Materialien wie z.B. Metallen und Glas. Die Polyethylen-Matrix haftet dagegen gut auf unpolaren Trägermaterialien. Zwischen den Carboxy-Gruppen bilden sich Wasserstoff-Brücken aus, die durch physikalische Vernetzung für einen guten inneren Zusammenhalt sorgen. Aus diesem Copolymer werden Laminate, Verpackungs- und Aluminium-beschichtete Folien erzeugt.

Werden Ethylen-Acrylsäure-Copolymere mit Metallionen wie Na+, K+ oder Mg2+ neutralisiert, so lagern sich diese Gruppen zu Ionenclustern zusammen. Es bilden sich ionische Netzwerke. Das Material verhält sich wie ein thermoplastisches Elastomer. Es eignet sich gut für Extrusionsbeschichtungen, da es porenfreie Überzüge bildet.

Kovalent vernetzte Ethylen-Acrylat-Elastomere erhält man aus Ethylen-Methylacrylat-Acrylsäure-Terpolymeren, die mit Diaminen chemisch verknüpft werden. Diese Materialien sind besonders witterungsbeständig. Sie werden für Schläuche, Dichtungen und Dämpfungsmaterialien vor allem im Automobilsektor eingesetzt.

Seite 3 von 7