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Verschiedene Gerbverfahren

Die Chromgerbung zählt zu den mineralischen Gerbverfahren. Andere Formen der mineralischen Gerbung wie die Weißgerbung mit Alaun haben nur untergeordnete Bedeutung.

Bei der pflanzlichen Gerbung mit Extrakten aus Rinden, gerbstoffhaltigen Früchten und Blättern, Hölzern, Wurzeln etc. kommt die Vernetzung hauptsächlich durch Wasserstoff-Brückenbindungen der Collagen-Peptide mit den phenolischen Gruppen der Tannine zustande. Pflanzliche Gerbverfahren können bis zu zwei Jahren dauern.

Abb.1
Beispiel für Tannine

Unter dem Begriff Tannine wird ein Gruppe natürlicher Polyphenole zusammengefasst, die Glycoside der Gallussäure oder Digallussäure bilden. Sie werden aus dem Holz oder den Gallen (meist durch Parasiten verursachte Gewebewucherungen) von Eichen, Kastanien, Sumach etc. gewonnen.

Synthetische organische Gerbstoffe sind meist durch Sulfonierung wasserlöslich gemachte Aldehyd-Kondensationsprodukte aromatischer Grundkörper, z.B. von Phenol, Kresol, Naphthalin oder Naphthol. Auch Aldehyde wie Formaldehyd oder Glutaraldehyd werden als Gerbstoffe eingesetzt.

Die Sämischgerbung wird überwiegend für Lamm- oder Schafleder eingesetzt und erfolgt durch Zugabe von Tran oder Fischöl. Durch Oxidationsprozesse entsteht der ungesättigte Aldehyd Acrolein, der die Vernetzung bewirkt. Bei der Echtsämischgerbung liegt reine Trangerbung vor. Wird eine Formaldehyd-Vorgerbung mit Tran-Nachgerbung durchgeführt, spricht man von Neusämischgerbung.