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Lacke

Lösemittelbasierte Lacke

Flüssige Lacke bestehen in der Regel aus Bindemitteln, die im so genannten Verdünner gelöst sind. Dieser hat die Funktion, die Lackviskosität so zu senken, dass eine einwandfreie Verarbeitung durch Streichen, Spritzen, Tauchen oder Walzen möglich ist und die Bildung eines glatten, glänzenden Lackfilms unterstützt wird. "Verdünnungen" sind meist Gemische unterschiedlicher organischer Lösemittel (z.B. Butylacetat, Xylol, aliphatische Kohlenwasserstoffe), die gute Löseeigenschaften für das Bindemittel aufweisen und nicht mit den Inhaltsstoffen des Lackes reagieren.

Das Lösemittel verdunstet, bis der Lack einen geschlossenen Film bildet. Dabei bleiben zunächst Reste von 15 bis 20 % des Lösemittels enthalten, die sich nur langsam verflüchtigen.

Die Siedetemperatur des Verdünners muss der vorgesehenen Trocknungstemperatur angemessen gewählt werden. Die Lösemittel sollen nicht so schnell verdunsten, dass Blasen, Risse und andere Oberflächenstörungen entstehen, und dennoch in einer Zeitspanne zwischen 20 und 40 Minuten zum großen Teil entweichen. Sonst fließen senkrecht aufgetragene Schichten ungleichmäßig ab und es entstehen "Nasen".

Neben den organischen oder anorganischen Pigmenten für farbige Lackierungen können flüssige Lacke noch eine Anzahl weiterer Zusätze enthalten.

Abb.1
Butanonoxim

Antioxidanzien wie Butanonoxim verhindern eine vorzeitige Trocknung und "Hautbildung" auf den flüssigen Lacken. Butanonoxim oxidiert z.B. das als Beschleuniger eingesetzte Co2+ zu inaktivem Co3+. Erst nach Verdunsten des Oxims im trocknenden Film bildet sich Co2+ zurück, das dann seine beschleunigende Wirkung entfalten kann.

Lichtschutzmittel wie Benzophenone verhindern die schnelle Zerstörung der Oberfläche durch UV-Strahlung. Konservierungsmittel unterbinden Fäulnisprozesse, Bakterien-, Pilz- und Algenbefall. Verlaufsmittel wie Siliconöle unterstützen die Bildung von glatten, glänzenden Oberflächen.

Als Thixotropiermittel werden z.B. Bentonite, Kaoline oder Alginsäure eingesetzt. Diese langkettigen Moleküle bilden labile dreidimensionale Netzwerke, in deren Zwischenräumen die Lackbestandteile festgehalten werden. Beim Stehen und langsamen Fließen bleibt dieses Netzwerk fast vollständig erhalten und die Viskosität der Farbe ist hoch. Beim Streichen oder Rühren brechen die Bindungen auf, das Netzwerk wird zerstört und die Viskosität sinkt erheblich. Dies ermöglicht das Verlaufen der Pinselstriche und die Bildung einer gleichmäßigen glatten Schicht. Nach kurzer Zeit orientieren sich die Thixotropiermoleküle neu und die Viskosität steigt wieder an. So wird ein ungleichmäßiges Ablaufen der Lackschicht verhindert.

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