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Stoffliche Charakterisierung I: IR- und UV-Spektroskopie

UV-VIS-Dichroismus

Bei UV/VIS-Dichroismus-Messungen wird das UV/VIS-Spektrum einer Probe, z.B. eines beschichteten Trägers, in Abhängigkeit vom Einfallwinkel der Strahlung gemessen. Die Intensität des Strahls nach Durchgang durch die Probe wird mit einer Referenz verglichen. Im Prinzip lässt sich aus dem UV-VIS-Dichroismus (im ultravioletten und sichtbaren Bereich) der Orientierungsgrad von absorbierenden Polymeren bestimmen. Bei unverdünnten Polymeren sind allerdings die Absorptionskoeffizienten oft so groß, dass man keine hinreichend dünnen orientierten Schichten für Transmissionsmessungen herstellen kann. Außerdem ist in der Regel die Richtung des Übergangsmomentes der Elektronenbanden in Bezug auf die Molekülachse nicht genügend genau bekannt.

Ältere Messungen befassten sich mit der Orientierung von festen Biopolymeren (Polypeptiden) und mit dem UV-Strömungsdichroismus von Lösungen solcher Stoffe. Ferner kann der Dichroismus von Farbstoffmolekülen oder Farbstoffkristallen, die in Polymere eingebettet sind und durch Verstreckung des Polymeren orientiert werden, für wissenschaftliche Zwecke (Richtung des Übergangsmomentes der Farbstoffbanden) und technische Zwecke (Herstellung von dichroitischen Polarisationsfolien) verwendet werden.

Der Nutzen dichroitischer UV-Messungen für die Polymeranalytik ist jedoch gering, da bessere Methoden zur Bestimmung der Kettenorientierung zur Verfügung stehen (Röntgenographie, IR-, Raman-, NMR-Spektroskopie, Fluoreszenzpolarisation).

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