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Polyvinylchlorid (PVC)

Umweltproblematik

Von allen Kunststoffen wird PVC bezüglich seiner gesundheits-und umweltschädigenden Wirkung am kontroversesten diskutiert. Die Probleme liegen hierbei sowohl in der Herstellung und Entsorgung wie auch in der Verwendung selbst.

Herstellung von PVC

Die Ausgangsstoffe Chlor bzw. Vinylchlorid sind giftig bzw. krebserzeugend. Vinylchlorid besitzt nur eine geringe Toxizität, aber ein sehr hohes Krebsrisiko. Die Emissionen sind aber in der Herstellung von Vinylchlorid und PVC stark verringert worden. Die Nebenprodukte der Vinylchlorid-Herstellung werden thermisch unter Chlorrückgewinnung verwertet und stellen kein Problem mehr dar. Trotzdem tritt immer noch eine nicht unerhebliche Menge Vinylchlorid aus (250 g Vinylchlorid pro produzierte Tonne PVC; Stand April 2000). Diese Emissionen entstehen z.B. bei der Intensiventgasung. Hier wird dem PVC das überschüssige Vinylchlorid entzogen.

Verwendung

Die Ausgasung von Vinylchlorid stellt kaum ein Problem dar. Allerdings hat man bei Untersuchungen im Labor 150 flüchtige organische Substanzen, die aus PVC-Bodenbelägen ausgasen, gefunden. Diese können bei schlecht entlüfteten Räumen gesundheitliche Probleme verursachen. Ein weitaus größeres gesundheitliches Risiko stellen die Hilfsstoffe dar. In den Stabilisatoren waren früher oft Schwermetalle wie Cadmium und Blei enthalten. Dies ist zum Teil heute noch der Fall. Die Weichmacher, z.B. Di-(2-ethylhexyl)-phthalat (DEHP), sind kaum toxisch, aber carcinogen und man vermutet, dass sie auf das menschliche Hormonsystem einwirken. Weichmacher können sich mit der Zeit herauslösen. Daher ist der Einsatz von Weich-PVC in der Medizin und für Spielzeug umstritten. Die Alternative Polyethylen ist allerdings teurer.

Entsorgung

Durch Hart-PVC entsteht auf den Deponien keinerlei Luft- und Wasserbelastung. Weich-PVC verursacht eine geringe Belastung des Sickerwassers mit Weichmachern. Diese werden aber biologisch abgebaut. Da sich PVC aber nicht zersetzt, nimmt es zuviel Raum auf der Deponie ein und darf in Deutschland daher nicht mehr deponiert werden. Generell ist ein Recycling des PVC angestrebt. Das stoffliche Recycling, also die Rückgewinnung des Chlors, wird durch PVC-Verbrennung und Rückführung der entstehenden Salzsäure in den Produktionskreislauf erreicht. Das werkstoffliche Recycling bereitet noch Probleme, da das so gewonnene PVC eine zu schlechte Qualität hat und mit 70-80 % Neu-PVC gemischt werden muss. Es wird z.B. bei Fensterrahmen verwendet.

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