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Polymethylmethacrylat PMMA

Technische Herstellung von Polymethylmethacrylat II

Copolymerisate

Copolymerisate mit anderen Monomeren ermöglichen das Design spezieller Eigenschaften oder den Ausgleich von Nachteilen des Materials. Zum Beispiel nimmt die Empfindlichkeit der Homopolymere durch den Einbau von Comonomereinheiten gegenüber hohen Temperaturen (Glasübergangstemperatur T g = 115 °C) ab, wenn Copolymere mit Methyl-, Ethyl- oder Butylacrylat hergestellt werden. Schlagfestes PMMA erhält man durch Copolymerisation mit geringen Mengen (< 10 Masseprozent) Butylacrylat. Formmassen aus Methylmethacrylat-Butadien-Styrol-Copolymer (MBS) garantieren hohe Schlagzähigkeit und Transparenz. In Lackharzen wird PMMA als hart machende Komponente für hochwertige Beschichtungen zugesetzt. Diese Coplymere werden häufig durch Suspensions-, Emulsions- und Lösungspolymerisation hergestellt.

Suspensionspolymerisation

Die Suspensionspolymerisation wird bei der Produktion von butylacrylathaltigen teilvernetzten schlagzähen Formmassen eingesetzt. Eine andere Variante sind die alkalilöslichen Polymerisate, die aus einer Mischung von Methacrylsäure mit Methylmethacrylat, Styrol oder Methacrylamid als wasserunlösliche grobe Pulver entstehen. Mit Wasser und Alkali erhält man daraus hochviskose Lösungen, die als Verdickungs-, Schmier- oder Gleitmittel eingesetzt werden können.

Emulsionspolymerisation

Mittels Emulsionspolymerisation werden wasserbasierte Lackgrundstoffe hergestellt, aus denen sich nach dem Verstreichen ein Lackfilm bildet. Da reine PMMA-Dispersionen nicht filmbildend sind, werden hier vorwiegend Copolymerisate produziert. Technische Bedeutung haben Copolymere von Methylmethacrylat mit Ethyl- oder Butylmethacrylat, Acrylsäureestern oder Vinylacetat. Die Dispersions- und Filmbildungseigenschaften lassen sich durch den Einbau geringer Mengen an Methacrylsäure oder Methacrylamid variieren.

Lösungspolymerisation

Durch Lösungspolymerisation in Ketonen, Aromaten oder Estern als Lösemittel erhält man weiche, klebrige Polymere der höheren Ester der Methacrylsäure (Veresterung mit Butyl- oder längerkettigen Alkoholen). Diese sind als physikalisch trocknende (Copolymerisate mit Laurylmethacrylat) oder hitzehärtbare (mit Methacrylsäureglycid- oder -glycolestervernetzung) Lackharze geeignet.

Methacrylsäureglycidester
Glycoldimethacrylat
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