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Polyacrylamid

Verwendung von Polyacrylamid II

Flockungshilfsmittel in der Wasseraufbereitung

Hochmolekulare Polyacrylamide werden in der Wasseraufbereitung als Flockungshilfsmittel eingesetzt. Sie bewirken, dass sich kolloidal verteilte Schweb- und Schmutzstoffe zu größeren, filtrierbaren Flocken zusammenballen. Dabei ist ein Einbau von ionischen Verbindungen, z.B. durch deren Herstellung durch partielle Verseifung zu Polyacrylsäure bzw. Copolymerisation mit Acrylsäure, hilfreich. Die in den Abwässern enthaltenen kolloidalen Schwebstoffe sind elektrisch geladen und setzen sich aufgrund ihrer sehr geringen Größe sowie der gegenseitigen elektrostatischen Abstoßung nur sehr langsam ab. Die Polyelektrolyte lagern sich an die entgegengesetzt geladenen Schwebstoffteilchen an und bewirken eine Agglomeration der Trübstoffe. Das erleichtert eine schnelle Flockung und das Absetzen der Verunreinigungen. Die geflockten Systeme können dann durch mechanische Trennverfahren sehr leicht bis zu hohen Feststoffgehalten entwässert werden. Dadurch wird die Menge an Schlamm gering gehalten.

1. Kurz nach Polymer-Zugabe 2. Flocken aus Polymer und Verunreinigungen bilden sich und setzen sich ab. 3. Das Absetzen von Flocken und Verunreinigung ist beendet, das Wasser ist klar. Foto: Copyright Stockhausen GmbH & Co. KG, Krefeld

In Kläranlagen werden Flockungshilfsmittel in der Vorklärung eingesetzt, um z.B. toxische Schwermetalle zu entfernen, die die biologischen Abbauprozesse behindern würden. Foto: Copyright Stockhausen GmbH & Co. KG, Krefeld

Weitere Anwendungen

Auf dem gleichen Prinzip der Flockung beruht der Einsatz von Polyacrylamid in der Papierindustrie, hier wird eine Beschleunigung der Entwässerung und Erhöhung der Faser- und Füllstoffretention erreicht. Auch die Festigkeit des Papiers wird dabei verbessert.

Die viskosen Lösungen werden in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten als Verdicker eingesetzt, z.B. bei der Ölförderung zur Anpassung der Flutwässer an die Viskosität des Erdöls, in Anstrichdispersionen oder auch in Druckfarben.

In der Textilindustrie wird Polyacrylamid als Schlichtemittel für Fasergarne und Filamentfäden eingesetzt.

Wie Polyacrylsäure wirken auch vernetzte, wasserunlösliche Copolymere aus Acrylamid und Acrylsäure als Superabsorber. Anwendungsbereiche sind hier Gartenbau, Sanitärprodukte wie Wegwerfwindeln und Absorber für gefährliche Flüssigkeiten im Labor.

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