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Die G0-Phase

Nicht proliferierende (sich nicht teilende) Zellen befinden sich in der Ruhephase G0, in der sie wenige Tage bis mehrere Jahre verbleiben und aus der sie unter bestimmten Voraussetzungen wieder in den Zellzyklus zurückkehren können. Oft sind G0-Zellen aber endgültig differenziert und führen als solche ihre Funktion bis zum Zelltod aus, ohne jemals wieder teilungsaktiv zu werden. So sind z.B. die meisten Lymphocyten in menschlichem Blut in der G0-Phase und verbleiben in dieser, wenn es nicht zu einer spezifischen Stimulation durch ein bestimmtes Antigen kommt, durch welche sie wieder in die G1-Phase des Zellzyklus eintreten. Aus Mangel besserer Kenntnis wird dieser Phase bisher die Funktion eines Zellreservoirs zugeschrieben, es werden aber auch Funktionen in der Sekretion und der Pathogen-Abwehr angenommen. G0-Zellen sind nicht völlig untätig, sondern führen weiter in reduzierter Form essenzielle Zellfunktionen aus. Ein Großteil der Variabilität in der Zeit zwischen den Zellteilungen verschiedener Gewebe rührt von G0-Zellen her. So teilen sich Nerven- und Skelettmuskelzellen kaum, während sich Darmzellen alle 20 Minuten teilen. Das Verbleiben von Zellen in der G0-Phase wird nicht durch die Abwesenheit eines Mitose-Signals, sondern durch die aktive Repression der Mitose-Gene bewirkt. Ein Defekt in dieser Repression ist ein weiterer Entstehungsmechanismus von Krebs. Einige Fachleute bestreiten jedoch die Existenz einer G0-Phase.