Mit der Evolution spezieller Gefäßsysteme für den Wassertransport, die bereits bei frühen Landpflanzen feststellbar sind, konnten terrestrische Pflanzen sehr viel größer werden. Bei den Gefäßpflanzen (Tracheophyta: Samenpflanzen und Farne) werden diese speziellen ligninverstärkten Wassertransportsysteme Xylem genannt.
Die Wasser-Adern des Xylem sind meist sehr schmal (meist << 0,7
Die vorherrschende Hypothese zur Erklärung des Ferntransports von Wasser in hohen Bäumen ist die so genannte Kohäsionstheorie des Wassertransports (J. Böhm, 1831-1893). Durch den Unterschied im Wasserpotenzial zwischen den Blättern und der umgebenden Luft wird der Wasserstrom von den Wurzeln, den Stamm hinauf und bis in die Blätter gesaugt, wo das Wasser zum einen gesteuert über verschließbare Stomata (Transpiration), zum anderen ungesteuert (Evaporation) abgegeben bzw. für die Photosynthese eingesetzt wird. Das Wassertransportsystem der Pflanzen kalkuliert hierbei einen hohen Wasserverlust ein: mehr als 90 % des aufgenommenen Wassers geht durch Transpiration und Evaporation verloren - gerade einmal 2 % werden von der Pflanze für die Photosynthese und andere Zwecke genutzt.
Durch den Zusammenhalt der Wasser-Moleküle (Kohäsionskräfte), wirkt der über die Wasserabgabe erzeugte Sog nicht nur auf unmittelbar benachbarte Moleküle, sondern auf die gesamte Wassersäule in den Wasserleitungsbahnen der Leitbündel (Xylem) bis hinab in die Wurzel und hält so stets eine kompakte Wassersäule aufrecht.