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Transportprozesse

Albumin

Im Körper werden wasserunlösliche Stoffe an Albumin gebunden. Dieses Eiweiß ist das Haupttransportprotein im Organismus und bindet neben einer Vielzahl verschiedener körpereigener Stoffe oder Medikamente auch die wasserunlöslichen Substanzen, die sich bei einem Leberversagen im Körper ansammeln, so z.B. Bilirubin, Fettsäuren, Penizillin, Thyroxin, Calcium und viele andere Stoffe. Albumin ist zwar das kleinste Plasmaprotein, macht aber mit 35-45 g/L den größten Anteil aus - ca. 60 % der gesamten Plasmaproteine sind Albumine.

Ein wichtiges Merkmal, das Albumin von anderen Kolloiden sowie Kristalloiden unterscheidet, ist seine einzigartige Fähigkeit, sowohl Anionen als auch Kationen reversibel zu binden. Substanzen, die im freien oder ungebundenen Zustand toxisch wirken, sind im Allgemeinen nicht toxisch, wenn sie an Albumin gebunden sind.

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Abb.1
Humanes Serum-Albumin

PDB-Code: 1AO6

Funktion des Albumins

Die Hauptaufgabe des Albumins ist die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks, der die Flüssigkeitsverteilung im Körper bestimmt. Sinkt der kolloidosmotische Druck, strömt Flüssigkeit aus den Gefäßen in den Raum zwischen den Zellen (Interstitium) und es kommt zu Ödemen. Achtzig Prozent des kolloidosmotischen Drucks des Plasmas sind auf Abumine zurückzuführen.

Albumin regelt im Wechselspiel mit Natrium die Wasser- und Volumenverteilung im intravasalen und interstitiellen Raum. Die Bindungskapazität von Albumin für Wasser beträgt ca. 18 mL/g. Albumin beeinflusst durch die Expansion des Plasmavolumens entscheidend die Blutviskosität, desaggregiert Erythro- und Thrombocyten und ist maßgebend verantwortlich für eine ausreichende Organdurchblutung, intestinale Wasserresorption sowie geregelte Nieren- und Lungenfunktion. Außer im Blut kommt Albumin noch im Muskel und Liquor (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit) vor.

Noch einige Fakten:

  1. Die Albumin-Synthese erfolgt in den membrangebundenen Polysomen der Leber mit einer durchschnittlichen Syntheserate von 0,2 g Albumin/kg Körpergewicht und Tag. Bei Bedarf kann die Syntheserate auf das Doppelte gesteigert werden.
  2. Ein gesunder Erwachsener (70 kg) besitzt ca. 250-320 g Albumin. Die Halbwertszeit beträgt etwa 19 Tage.
  3. Albumin liegt zu 40 % intravasal und zu 60 % extravasal vor. Zwischen beiden Kompartimenten findet ein stetiger Austausch über die Mikrozirkulation und die Lymphe statt.
  4. Der Abbau von Albumin erfolgt über die Niere, den Gastrointestinaltrakt und in den Gewebezellen der Leber. Die Abbaurate ist direkt proportional zur Syntheserate.
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