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ABC-Transportsysteme

Klinische Bedeutung der ABC-Transporter

Auch beim Menschen sind einige Krankheiten bekannt, die auf Mutationen in Genen für ABC-Transportern beruhen. Bei der cystischen Fibrose ist z.B. das CFTR-Protein mutiert, das im Gegensatz zu den meisten anderen ABC-Transportern keine Pumpe, sondern ein Chlorid-Ionenkanal ist. Dieser cAMP-regulierte Kanal reguliert die Flüssigkeitssekretion aus dem exokrinen Gewebe.

Adrenoleukodystrophie (ALD) und das Zellweger-Syndrom sind peroxisomale Krankheiten. Bei der ALD ist der Metabolismus langkettiger Fettsäuren gestört. Bei der hyperinsulämischen Hypoglycämie von Kindern ist eine abnormale Insulinfreisetzung zu beobachten, hier ist der Sulfonyl-Rezeptor (SUR) betroffen.

Auch das Immunsystem kann durch ABC-Transporterdefekte betroffen sein: TAP1 und TAP2 (transporters associated with antigene presentation) transportieren Peptidfragmente in das ER-Lumen, wo diese Fragmente dann an Klasse I-Humanleukocyten-Antigene (HLA, auch MHC I genannt) gebunden werden. Diese Komplexe werden dann auf der Oberfläche der Zellen exponiert, wo körperfremde Peptidfragmente dann vom Immunsystem erkannt werden (Antigen-Präsentation). Virusinfizierte oder anderweitig abnormale Zellen werden so vom Immunsystem erkannt und vernichtet. Diese Tatsache machen sich auch die Herpes simplex-Viren zunutze, die durch die Inaktivierung des TAP-Transporters die Abwehrreaktionen des Immunsystems unterlaufen.

Einige ABC-Transporter wirken als Drogen-Exportpumpen und können bei Überexpression die Resistenz von Tumorzellen bewirken, so z.B. das MDR- (multi drug resistance) Protein und das MRP (das MDR-assoziierte Protein).

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