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Strukturproteine

Die Chemie der Dauerwelle

Haare bestehen aus Keratin-Helices. Die Elastizität unserer Haare kommt dadurch zustande, dass sich die beiden Doppelhelix-Paare bei Zugbelastung aufwinden und bei Aufheben der Belastung wieder ihren Ausgangszustand einnehmen. Wird das Haar feuchter Wärme ausgesetzt, gehen die α-Keratine in eine β-Faltblatt-Struktur über und das Haar lässt sich auf mehr als das Doppelte der ursprünglichen Länge dehnen. Dieses charakteristische Verhalten von α-Keratinen und der Gehalt an Disulfid-Brücken ermöglicht die dauerhafte Wellung der Haare.

Bei einer Dauerwelle werden die Haare zunächst mittels Lockenwicklern in der gewünschten Form fixiert und dann die Disulfid-Brücken durch Reduktionsmittel wie β-Mercaptan gelöst. Jedes Cystin wird zu den beiden Cystein-Resten der benachbarten Ketten reduziert. Die feuchte Wärme bricht die Wasserstoff-Brückenbindungen auf und bewirkt eine Streckung der α-helicalen Polypeptid-Ketten. Das Reduktionsmittel wird dann entfernt und ein Oxidationsmittels zugegeben, das neue Disulfid-Brücken zwischen benachbarten Polypeptid-Ketten der nun gelockten Struktur bildet.

In der Praxis wird für eine Dauerwelle z.B. 8 % Ammonium-Thioglycolat (oder Thioglycolsäureester) verwendet. Diese Behandlung spaltet ca. 25 % der Disulfid-Brücken durch Reduktion. Als Fixierlösung wird bei saurer Oxidation 0,5 bis 2,5 % H2O2 und schwache organische Säure (pH 2 bis 4) verwendet oder, bei alkalischer Oxidation, eine Bromat-Lösung mit pH 6,5 bis 8,5 unter leichter Erwärmung.

Abb.1
Die chemische Reaktionensfolge einer Dauerwellenanwendung
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