Erst seit 1973 ist bekannt, dass sich einige Bakterien mit Hilfe von rotierenden Geißeln fortbewegen. Bakterielle
Geißeln sind allerdings ganz anders aufgebaut als die Geißeln eukaryontischer Organismen. Bei den meisten polar begeißelten
Bakterien wirkt die Geißel als Schubgeißel (wie eine Schiffsschraube) und drückt den Einzeller durch das Medium. Die Geißeln
sind helical gewundene Fäden, die durch einen in der Cytoplasmamembran lokalisierten Rotationsmotor angetrieben werden und
um die fiktive Achse der Schraubenlinie rotieren. Die Bewegung kann durch Einzelgeißeln oder durch Geißelbüschel erfolgen.
Die Geißeln rotieren mit verhältnismäßig hoher Drehzahl; Spirillengeißeln kreisen mit etwa 3000 Umdrehungen/min, also der
Geschwindigkeit eines mittleren Elektromotors. Die Geißelrotation bewirkt, dass das Bakterium mit etwa einem Drittel dieser
Geschwindigkeit im entgegengesetzten Drehsinn schraubenzieherartig rotiert und Geschwindigkeiten von durchschnittlich 50
Die Geißeln verschiedener Bakterien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Dicke (12-18