zum Directory-modus

Fällung von Proteinen

Die Fällung mit organischen Lösungsmitteln

Definition
Organische Lösungsmittel wie Aceton, Methanol oder Ethanol können zur fraktionierten Fällung von Proteinen aus wässrigen Lösungen verwendet werden. Diese Lösungsmittel sind mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar und setzen durch ihre niedrige Dielektrizitätskonstante die Solvatationskraft der wässrigen Lösung für gelöste Proteine herab.

Wie auch bei der Fällung durch Aussalzen oder bei der Fällung am IEP gibt es für jedes Protein eine definierte Lösungsmittelkonzentration, bei der es aus der wässrigen Lösung ausfällt. Für einige extrem hydrophobe Proteine wie z.B. integrale Membranproteine sind allerdings auch entgegengesetzte Effekte beschrieben: diese Proteine sind unter Umständen noch in 100 % organischem Lösungsmittel löslich.

Die Fällung von Proteinen mit organischen Lösungsmitteln ist allerdings in vielen Fällen mit einem Aktvitätsverlust des Proteins verbunden, da diese Lösungsmittel ein Protein auch partiell entfalten können, indem sie mit ihren unpolaren Gruppen intramolekulare hydrophobe Wechselwirkungen im Protein beeinträchtigen. Gerade Temperaturen über 10 °C können die Denaturierung eines Proteins erheblich fördern, daher wird die Fällung bei niedrigen Temperaturen durchgeführt (0 °C oder weniger) und das Lösungsmittel nur tropfenweise zugegeben.

Neben Aceton und Ethanol werden auch n-Propanol, Isopropanol, Dioxan und einige andere Alkohole, Ether oder Ketone zur Fällung verwendet.

Seite 8 von 10