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Immunologische Verfahren

Die Doppelimmunodiffusion nach Ouchterlony

Alle Techniken der Immunodiffusion beruhen auf der Präzipitation von Antigen und Antikörper, wenn beide Reaktionspartner in annähernd gleichen Konzentrationen vorhanden sind. Die erste Anwendung dieser Methode stammt von Oudin, der 1946 die Diffusion von Antigen und Antikörper in Agar-Röhrchen beschrieb. Kurze Zeit später publizierte Ouchterlony die Doppeldiffusion, die auch heute noch verwendet wird. Der Name "Doppeldiffusion" bezieht sich darauf, dass die beiden Reaktionspartner (Antigen und Antikörper) frei diffundieren können.

Mit der Doppeldiffusion lassen sich unterschiedliche Antikörper-Subpopulationen in einem Serum nachweisen. Aus einem Agarose-Gel werden ein zentrales Loch und mehrere periphere Löcher ausgestanzt. Das zentrale Loch wird dann mit der Antikörper-Lösung, die peripheren Löcher mit den Antigen-Lösungen gefüllt. Je nach Spezifität der Antikörper ergeben sich unterschiedlich geformte Präzipitiationslinien.

Abb.1
Beispiel A
Abb.2
Beispiel B
Abb.3
Beispiel C

Beispiel A: Die Präzipitatbögen fließen ineinander, d.h. beide Antigene haben identische Epitope, die von dem Antikörper erkannt und gebunden werden. Die Antigene selbst können dabei durchaus unterschiedlich sein.

Beispiel B: Der Antikörper erkennt drei verschiedene Epitope; die Präzipitatbögen sind unabhängig voneinander.

Beispiel C: Die beiden Antigene besitzen ein gleiches Epitop (Ag1), während das rechte Antigen noch ein zusätzliches Epitop trägt. Die "Spornbildung" weist auf eine Teilidentität der beiden Antigene hin.

Komplexere Antigen-Mischungen lassen sich nicht mehr durch die Doppeldiffusionsmethode analysieren. In diesem Fall werden die Antigene zuerst im Agarose-Gel anhand ihrer Ladung aufgetrennt, bevor sie durch Präzipitation mit dem Antikörper sichtbar gemacht werden können (Immun-Elektrophorese).

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