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Immunologische Verfahren

RIA (Radioimmunoassay)

Zu den wichtigsten Methoden in der Immunologie gehören so genannte Liganden-Assays (auch Sättigungsanalysen genannt) wie beispielsweise der RIA, der 1959 von S. A. Berson und R. S. Yalow entwickelt wurde. Berson und Yalow zeigten damals zum ersten Mal, dass der menschliche Organismus auch gegen körpereigene Stoffe (in diesem Fall das Hormon Insulin) Antikörper produzieren kann.

Definition
Beim RIA werden im Gegensatz zum ELISA radioaktiv markierte Liganden eingesetzt. Der Test basiert auf einer Kompetitionsreaktion zwischen dem radioaktiv markierten und dem unmarkierten Antigen um den Antikörper.

Durchführung:

  • Zu einer Lösung von radioaktiv markiertem Antigen und dem Antikörper wird unmarkiertes Antigen in ansteigender Konzentration gegeben. Dabei wird das markierte Antigen im Antigen/Antikörper-Komplex mehr und mehr durch das nichtmarkierte Antigen ersetzt.
  • Freies und Komplex-gebundenes Antigen werden nun voneinander getrennt; dies kann z.B. durch Immunopräzipitation der Antigen/Antikörper-Komplexe geschehen oder durch Bindung der Antikörper an Mikrotiterplatten oder Beads mit Protein A*.
  • Bestimmung der Radioaktivität der Antigen/Antikörper-Komplexe und Vergleich mit Standardkurven

*Als Ligand wird häufig das Staphylococcus-Protein A verwendet, das an die Fc-Region von IgG bindet.

Literatur

Berson, S. A.; Yalow, R. S. (1959): Recent studies on insulin-binding antibodies. In: Ann. N. Y. Acad. Sci.. 82 , 338-344
Parker, C. W. (1990): Immunoassays. In: Methods Enzymol.. 182 , 700-718

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