zum Directory-modus

Nucleasen

Das Restriktions-Modifikations-System der Bakterien

Das Restriktionssystem wird oft als ursprüngliches, prokaryontisches System zur Abwehr von Fremd-DNA gedeutet - daher auch der Name (engl. to restrict "berenzen, einschränken", also ein System, das die Aufnahme von Fremd-DNA beschränkt). Fremde DNA-Moleküle, die durch Viren oder andere Vorgänge in die Zelle gelangen, werden von Restriktionsendonucleasen gespalten und damit unschädlich gemachen. Im Gegesatz dazu wird die zelleigene DNA nicht abgebaut, da diese DNA durch ein spezielles Methylierungsmuster vor den eigenen Restriktionsenzymen geschützt ist. Für die spezifische Methylierung der eigenen DNA sind die Methyltransferasen zuständig. Eine Restriktionsendonuclease und die dazugehörige Methyltransferase werden als Restriktions-Modifikations-System (R/M-System) bezeichnet.

Bei etwa 80 % aller bisher in Genom-Projekten sequenzierten Prokaryonten-Genome findet sich mindestens ein R/M-System, mitunter haben Bakterien auch mehrere. Bei Helicobacter pylori, der im menschlichen Magen vorkommt und an der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt ist, wurden 14 R/M-Systeme identifiziert, und bei Neisseria gonorrhoeae, dem Erreger der Gonorrhoe, sogar mehr als 20. Warum diese Bakterien so viele R/M-Systeme benötigen, ist unklar.

Literatur

Pingoud, A.; Jeltsch, A. (2001): Structure and function of type II restriction endonucleases. In: Nucleic Acids Res.. 29 , 3705-3727

Zugang zur PubMed-Datenbank

Seite 5 von 6