Therapie des Parkinson-Syndroms

Durch das Absterben dopaminerger Neurone kommt es in den betroffenen Gehirnbereichen zu einem Mangel an Dopamin und damit zu einem Ungleichgewicht zwischen dem dopaminergen und cholinergen System. Daher versuchen medikamentöse Therapien, dieses Defizit an Dopamin wieder auszugleichen. Dies wird entweder durch den Ersatz des fehlenden Neurotransmitters oder durch eine lokale Hemmung des cholinergen Systems erreicht.

Medikamentöse Parkinson-Therapie

Abb.1

Die medikamentöse Parkinson-Therapie greift in verschiedene Stoffwechselvorgänge der dopaminergen Synapse ein. Abkürzungen: COMT: Catechol-O-Methyl-Transferase Inhibitor, DOPAC: 3,4-Dihydroxyphenyl-essigsäure, HVA: Homovanillinmandelsäure, MAO: Monoamin-Oxidase, MT: 3-Methoxytyramin. Um die Wirkungsweise der Medikamente zu sehen, bewegen Sie bitte die Maus über die Schaltflächen in der Fußleiste der Abbildung!

Die folgende Tabelle fasst die verschiedenen medikamentösen Therapieansätze zusammen.

MedikamententypMedikamente (Auswahl)Strukturbeispiel
Dopaminerge Drogen   
Dopamin-VorstufenLevodopa
Levodopa
Abb.2Levodopa
Decarboxylase-InhibitorCarbidopa, Benserazid
Carbidopa
Abb.3Carbidopa
Catechol-O-Methyl-Transferase-InhibitorEntacapon, Tolcapon 
Dopamin-AgonistenBromocriptin, Apomorphin, Cabergolin
Apomorphin
Abb.4Apomorphin
Dopamin-ReleaserAmantadin
Amantadin
Abb.5Amantadin
Dopamin-Rezeptor-BlockerDomperidon
Domperidon
Abb.6Domperidon
Monoamin-Oxidase-InhibitorSelegilin
Selegilin
Abb.7Selegilin
Nicht-dopaminerge Drogen (Auswahl)  
AnticholinergicaTrihexyphenidyl, Benzatropin 
AntiglutamatergicaAmantadin
Amantadin
Abb.8Amantadin
Tab.1Medikamentöse Parkinson-Therapie

Neben der medikamentösen Therapie kommen verschiedene operative Eingriffe zum Einsatz, die gegenüber den massiven Läsionen in der Geschichte der Parkinson-Syndrom-Therapie enorm verfeinert wurden und äußerst wirkungsvoll sowohl die Bradykinese, als auch den Tremor der betroffenen Patienten zu verbessern. Bei der Pallidotomie werden Teile des Globus pallidus entfernt, während eine Thalamotomie ein Kerngebiet des Thalamus thermisch koaguliert. Eine weitere operative Therapie ist die hochfrequente Stimulation thalamischer oder subthalamischer Kerne sowie des Globus pallidus. Die Transplantation gesunder dopaminerger Zellen befindet sich noch in der Entwicklung, erscheint jedoch viel versprechend. Weitere experimentelle Therapien beinhalten den Einsatz geeigneter Vektoren für einen Gentransfer und die Behandlung degenerierter Neurone mit neurotrophen Faktoren (z.B. GDNF, engl. glia cell line-derived neurotrophic factor).

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