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Evolution der Sexualität

Nachteile der Sexualität

Das Phänomen der sexuellen Fortpflanzung beinhaltet das Vorhandensein von Individuen zweier Geschlechter, von denen jedoch nur eines (die Weibchen) tatsächlich reproduziert. Darüber hinaus tragen die Männchen vieler Arten nicht einmal zur Brutpflege und Jungenaufzucht bei. Der Statistiker und Genetiker R. A. Fisher münzte hierfür den Begriff des "zweifachen Nachteils der Sexualität". Hinzu kommen weitere Kosten in Form von Investitionen in Werbung und Wettkampf zur Partnerfindung. Für solche anisogame Arten (es gibt männliche und weibliche Gameten) mit voneinander getrennten Männchen und Weibchen kann theoretisch nachgewiesen werden, dass eine Mutation, durch die Weibchen nur Töchter produzieren würden, sich anfangs in jeder Generation mehr ausbreiten würde. Es gibt tatsächlich einige Tierarten, bei denen ein solcher Mechanismus vorgefunden wird, z.B. die in Wüsten lebenden Renneidechsen, bei denen immer wieder Subspecies entstehen, die sich asexuell reproduzieren können. Die Weibchen benötigen für die Fortpflanzung keine Männchen, weil ihre Eizellen schon diploid sind (Parthenogenese). Diese Arten verdrängen gewöhnlich die sexuellen Arten, von denen sie abstammen, halten sich jedoch meist nur wenige Jahrtausende.

Auch das Prinzip der Rekombination selbst erscheint zunächst als Nachteil der sexuellen Fortpflanzung, da erfolgreiche Genkombinationen durch Cross-over und Rekombination während der Meiose wieder auseinandergerissen und neu zusammengesetzt werden. Es muss also Vorteile geben, die alle Nachteile für die Effektivität mehr als aufwiegen.

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