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Sexualität, Rekombination und genetische Variabilität

Durch die Besonderheiten der Meiose kann es auf verschiedene Weise zu einer Neukombination der Erbinformationen kommen:

  • Interchromosomale Rekombination oder unabhängiges Sortieren (independent assortment): In der Metaphase der Meiose I kommt es zur Anordnung der homologen Chromosomen in zwei Reihen am Zelläquator. Hierbei paaren sich die jeweils homologen Chromosomen, wobei die Ausrichtung in oben bzw. unten relativ zu den Zellpolen rein zufällig ausfällt. In der nun folgenden Anaphase I kommt es zu einer Trennung dieser zufälligen Anordnung der mütterlichen und väterlichen Chromosomen, sodass sich das Genom der beiden Tochterzellen aus einem Gemisch väterlicher und mütterlicher Erbinformationen zusammensetzt. Theoretisch gibt es 2n (n: Anzahl unterschiedlicher Chromosomen im Genom) verschiedene Kombinationen - beim Menschen z.B. 223, was etwa 8,4 Millionen möglicher Kombinationen bedeutet.
  • Intrachromosomale Rekombination: Bei der Paarung homologer Chromosomen in der Pro- und Metaphase I kommt es im Schnitt zu je einem Chiasma pro Chromosomenpaar und damit zum intrachromosomalen Austausch von Erbinformationen.
  • Fertilisation: Schließlich führt das Zusammenkommen der genetischen Information von Eizelle und Spermium bei der Befruchtung bei den 23 Chromosomen des Menschen erneut zu mindestens 8 Millionen verschiedener Kombinationsmöglichkeiten.

Kombiniert man diese drei Faktoren miteinander, so ergibt sich für den Menschen eine Gesamtvariabilität von mindestens 641012 verschiedenen Möglichkeiten, wobei die intrachromosomale Rekombination noch nicht eingerechnet wurde.