Fast ein Drittel der bekannten Enzyme sind Metalloenzyme mit fest oder schwach gebundenen Metallionen. Die Metallionen können auf verschiedene Weise den Katalyseverlauf beeinflussen:
Sie binden an Substrate und bringen diese in eine für die Reaktion günstige Konformation oder dienen mittels ionischer Wechselwirkung der Ausrichtung des Substrates.
Bei den Metallionen kann es zu reversiblen Änderungen des Oxidationszustandes kommen (
Das Metallion kann negative Ladungen abschirmen oder stabilisieren. Im Gegensatz zu einem Wasserstoff-Ion ist es auch im alkalischen Medium wirksam und kann, bedingt durch seine höhere Ladung, auch eine höhere Ladungsdichte aufweisen.
Das Metallion hat die Fähigkeit, Wasser-Moleküle über Ion-Dipol-Wechselwirkung zu binden. Durch die Wechselwirkung mit dem Metallion werden die Wasser-Moleküle azider als freies Wasser und können als nucleophile OH--Ionen agieren.
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| Abb.1 |
Ein Beispiel ist die Substratbindung am aktiven Zentrum der Carboxypeptidase A. Dieses Verdauungsenzym hydrolysiert Carboxy-endständige Peptidbindungen in Polypeptidketten. Das fest gebundene Zink-Ion aktiviert ein Wasser-Molekül unter Beteiligung der Carboxylat-Gruppe des Glutamats 270. Das Zn-gebundene Wasser verhält sich fast wie ein OH- -Ion. Durch den Angriff des Sauerstoff-Atoms des aktivierten Wasser-Moleküls an der Carbonyl-Gruppe der zu spaltenden Peptidbindung entsteht ein tetraedrisches Zwischenprodukt. Anschließend findet der Transfer eines Wasserstoff-Ions statt; gleichzeitig wird die Peptidbindung gespalten.