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Eicosanoide

Die Bedeutung mehrfach ungesättigter Fettsäuren für den Organismus

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren dienen dem Körper nicht nur zur Energiegewinnung, sondern sind auch Membranbestandteile und Vorläufer der Eicosanoide. Die Zellmembran dient der Abgrenzung der Zelle von der Umgebung. Sie ist wesentlich für das Stoffwechselgleichgewicht und die Kommunikation mit dem Umfeld. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind ein integraler Bestandteil der Membran-Phospholipide.

Das Fettsäuremuster beeinflusst die Fluidität der Membran sowie die Synthese und die Funktion der in die Membran eingelagerten Enzyme, Rezeptoren, Transportproteine und Ionenkanäle. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus den Membranphospholipiden dienen als Vorläufer der Eicosanoide, die im Körper viele Vorgänge beeinflussen. n-6 Fettsäuren dominieren in Herz, Leber und Nervengewebe, während n-3 Fettsäuren besonders in den Photorezeptoren der Retina und in Synapsen, Mitochondrien und Mikrosomen1) des Gehirns zu finden sind.

Täglicher Bedarf an Fettsäuren

Der Bedarf an n-3 Fettsäuren ist wesentlich niedriger als der an n-6 Fettsäuren. Als Schätzwert werden Mengen von 1000 mg pro Tag für α-Linolensäure und 350-400 mg pro Tag für EPA (Eicosapentaensäure) und/oder DHA (Docosahexaensäure) genannt. Der Tagesbedarf an n-6 Linolsäure wird mit durchschnittlich 100 mg pro kg Körpergewicht angegeben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt allen Personen im Alter ab 4 Jahren die Zufuhr von 2,5 % n-6 Fettsäuren und 0,5 % n-3 Fettsäuren, jeweils bezogen auf die Gesamtenergiezufuhr. Bei einem jungen männlichen Erwachsenen mit einer täglichen Energiezufuhr von 2400 kcal entspricht das 6,5 g Linolsäure pro Tag.

Eine ungenügende Zufuhr von n-6 Fettsäuren führt zu Störungen, die sich äußern können in Symptomen wie Hautveränderungen, Störungen von Wachstum, Wundheilung und Fruchtbarkeit sowie Fettleber, Anämie und einer verminderten Zahl Thrombocyten. Symptome eines Mangels an n-3 Fettsäuren sind z.B. Störungen der Lernfähigkeit, verminderter Sehschärfe, Hautveränderungen und Muskelschwäche.

Literatur

Elmadfa, I.; Leitzmann, C. (2004): Ernährung des Menschen. 4. AuflageUlmer, ISBN: 978-3-8252-8036-9
(2008): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. korrigierter NachdruckDeutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE); Umschau Buchverlag, ISBN: 978-3829571142
1)Bruchstücke des endoplasmatischen Retikulums einer Zelle
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