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Hormone des Menschen

Stress

Die Definition von Stress umfasst heute alle kurzzeitig oder längerfristig auf den Körper einwirkenden Belastungssituationen. Plötzlich auftretende reale oder auch antizipierte Bedrohungen lösen im Körper das so genannte fight-or-flight-Syndrom aus, bei dem in Sekundenbruchteilen die Hormone des Nebennierenmarks ausgeschüttet werden. Die Catecholamine fördern die Freisetzung von Fettsäuren, die zusammen mit dem gesteigerten Zuckerspiegel die Muskeln optimal mit Energie versorgen. Wird die fight-or-flight-Reaktion allerdings oft und über lange Zeit im Leerlauf abgerufen, kommt es zu Bluthochdruck, Arteriosklerose und letztendlich möglicherweise sogar zum Herzinfarkt, da sich im Laufe der Jahre mehr und mehr Lipide an den inneren Gefäßwänden ablagern.

Auf Dauerstress, also langfristige körperliche und seelische Belastungssituationen (Krankheit, Schmerz, Einsamkeit, Arbeitsüberlastung), reagiert der Körper mit einer gesteigerten Produktion und Ausschüttung von Glucocorticoiden. Glucocorticoide wirken entzündungshemmend und beeinflussen vor allem den Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel. Im Gegensatz zur Ausschüttung der Nebennierenmarkshormone benötigt die Glucocorticoid-Freisetzung längere Zeit, weil das Signal zur Ausschüttung der Glucocorticoid-Hormone von der Hypophyse über Acetylcholin an die Nebennierenrinde weitergegeben wird.

Hinweis
Die längerfristige Ausschüttung von Adrenalin führt zu einem allmählichen Übergang des fight-or-flight-Syndroms in einen chronischen Belastungszustand, denn Adrenalin wirkt auf den Hypothalamus, der durch das Corticotropin Releasing Hormone (CRH) auf die Hypophyse einwirkt und die Acetylcholin-Abgabe steigert. Acetylcholin regt die Ausschüttung der Glucocorticoide durch die Nebennierenrinde an.
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