zum Directory-modus

Hormone des Menschen

Iod und Iod-Mangel

Iod (veraltete Schreibweise: Jod) hat bei den meisten Wirbeltieren die Funktion eines Spurenelementes. Es ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3). Der Körpervorrat beträgt ca. 10-20 mg, 70-80 % davon in der Schilddrüse, überwiegend gebunden an das Protein Thyreoglobulin. Ein Iod-Mangel zieht eine unzureichende Synthese der Schilddrüsenhormone nach sich (Schilddrüsenunterfunktion, Hypothyreose). Der Organismus versucht diesem Hormonmangel mit einer verstärkten Syntheseleistung der Schilddrüse und mit einem verstärkten Gewebewachstum entgegenzuwirken (Schilddrüsenvergrößerung, Kropfbildung, Iodmangelstruma). Werden irgendwann wieder höhere Iod-Mengen zugeführt, kann es zu einer nachfolgenden Schilddrüsenüberfunktion kommen (iodinduzierte Hyperthyreose). Die Folge ist ein krankhaft gesteigerter Stoffwechsel im gesamten Organismus (Hypermetabolismus).

Die von der DGE1) empfohlene Tageszufuhr beträgt für Jugendliche und Erwachsene 200 μg Iod. Normalerweise erfolgt eine ausreichende Iod-Zufuhr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung. Das Iod wird als Iodid im Dünndarm resorbiert und u.a. von der Schilddrüse aufgenommen. Allerdings schwankt der Iod-Gehalt in vielen Nahrungsmitteln zu Teil erheblich und kann bei einseitiger Ernährung den Bedarf von Jugendlichen und Erwachsenen oft nicht decken.

Tab.1
Beispiele für den Iod-Gehalt von Nahrungsmitteln
Nahrungsmittelμg Iod pro 100 g
Schellfisch245
Seelachs200
Kabeljau (Dorsch)120
Thunfisch; Heilbutt; Hering50
Hühnerei (Vollei)10
Milchschokolade6
Vollmilch (3,5 % Fett)3
Karpfen; Forelle2-3
Apfel2

Besonders wichtig ist die zusätzliche Iod-Aufnahme für werdende und stillende Mütter, Kinder und Jugendliche und alle Erwachsenen bis mindestens zum 35. Lebensjahr. Für eine gesicherte Iod-Versorgung wird häufig die Verwendung von iodiertem Speisesalz und der regelmäßige Verzehr von Meeresprodukten empfohlen. Iodiertes Speisesalz enthält pro Kilogramm 15-25 mg Iod. Um einen gesundheitlich bedenklich hohen Konsum von (iodiertem) Speisesalz zu verhindern, wird Risikogruppen meist zu einer wöchentlichen Seefisch-Mahlzeit geraten.

Literatur

Elmadfa, I.; Leitzmann, C. (2004): Ernährung des Menschen. 4. AuflageUlmer, ISBN: 978-3-8252-8036-9
(1991): Der kleine "Souci, Fachmann, Kraut": Lebensmitteltabelle für die Praxis. 2. AuflageWissenschaftliche Verlagsgesellschaft, ISBN: 3-8047-1142-1
1)DGE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Seite 14 von 37