Diabetes mellitus Typ 1 (Insulin-abhängiger Diabetes mellitus, insulin-dependent diabetes mellitus, IDDM) zeichnet sich dadurch aus, dass die Bauchspeicheldrüse nur ungenügende Mengen von Insulin produziert, da die Beta-Zellen durch autoimmune Prozesse zerstört wurden. Die Erkrankung hat eine starke erbliche Komponente; eine mutmaßliche Prädisposition wurde auf Chromosom 6 lokalisiert. Ein besonderes Risiko wurde mit bestimmten Isoformen des Antigenpräsentationskomplexes (HLA-DR = Hauptgewebeverträglichkeitskomplex Klasse II, DR) assoziiert. Zur Manifestation der IDDM kommt es oft nach Infekten; eine Viruspathogenese ist nicht bewiesen. Symptome treten erst auf, wenn 90 % der Beta-Zellen zerstört worden sind. Wünschenswert wäre daher die Möglichkeit der Früherkennung einer beginnenden Zerstörung der Beta-Zellen.
Vererbung: Ist ein Zwilling an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt, ist in ca. 30-50 % aller Fälle auch der zweite Zwilling betroffen. Kinder mit einem an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankten Elternteil haben eine 5-10 %ige Chance, ebenfalls zu erkanken.
Symptome sind u.a. Polyurie, Polydipsie und vor allem ein erhöhter Blut-Glucose-Spiegel. Viele Patienten werden im
ketoazidotischen (= hyperglycämischen) Koma eingeliefert. Durch den Mangel an Insulin können die Körperzellen keine Glucose
aufnehmen, der Glucose-Spiegel steigt bis 500-1000
Insulingabe: Es ist noch kein oral wirksames Insulin entwickelt worden. Heutzutage wird humanes Insulin gentechnisch hergestellt; früher wurde Insulin aus Schweinen aufgereinigt.