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Botenstoffe - eine Einleitung

Pheromone

Der Begriff Pheromon wurde 1959 von dem Wissenschaftler Karlson geprägt, als der Lockstoff des Seidenspinners, Bombykol (Hexadecadienol), identifiziert wurde. Der Schweizer Arzt August Forel hatte schon im Jahrhundert zuvor beobachtet, dass Männchen des Seidenspinners von einem leeren Insektenkäfig angezogen worden, in dem zuvor Seidenspinnerweibchen gehalten wurden. Im Jahre 1939 erhielt A. Butenandt den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Sexualhormone. Er entdeckte, dass Seidenspinner einen besonderen Duftstoff in winzigen Mengen absondern, den die Männchen in einer minimalen Verdünnung von 1000 Molekülen pro cm3 Luft durch Rezeptoren in den Fühlern noch wahrnehmen konnten.

Im Unterschied zu Allomonen (chemische Substanzen, die zwischen Individuen verschiedener Arten wirken, jedoch einen Vorteil für den Produzenten bedeuten) und Kairomonen (chemische Substanzen, die zwischen Individuen verschiedener Arten wirken, jedoch einen Vorteil für den Empänger bedeuten) handelt es sich bei Pheromonen um endogene chemische Substanzen, die hauptsächlich von Insekten und Wirbeltieren (auch dem Menschen), aber auch von Bakterien, Algen, Pilzen, Fischen und Pflanzen, abgegeben und von Angehörigen derselben Spezies wahrgenommen werden.

Pheromone werden entweder von speziellen Drüsen abgegeben oder sind Bestandteil anderer Substanzen wie beispielsweise des Urins. Besonders verbreitet vor allem unter den Insekten sind Sexual-Pheromone. Andere Pheromone dienen als Signale für Alarm oder Abwehr, der Markierung von Territorien, der Regulierung sozialer Beziehungen (vor allem bei koloniebildenden Insekten) und der Erkennung von Artverwandten. In der Industrie werden Pheromone mittlerweile bei der Insektenkontrolle verwendet, beispielsweise als Köder für Insektenfallen, zur Desorientierung von Insekten oder zur Verhinderung der Paarung. Bei Vögeln sind bislang keine Pheromone bekannt.

Pheromonrezeptoren

Pheromonrezeptoren gehören zu den chemischen Rezeptoren, d.h. Geschmacks- oder Geruchsrezeptoren. Im Körper konzentrieren sie sich im so genannten vomeronasalen Organ oder VNO, das man auch beim Menschen entdeckt hat.

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