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Natürliche Toxine

Die mittlere letale Dosis (LD50)

Die Bestimmung der mittleren letalen Dosis (LD50) ist eine der ersten Prüfungen auf die toxischen Eigenschaften. Dieser Wert ist die statistisch aus Dosis-Wirkungsbeziehungen ermittelte Dosis einer Substanz, die bei 50 % der behandelten Versuchstiere den Tod verursacht. In der Praxis erhält eine Gruppe von Versuchstieren eine auf das Körpergerwicht bezogene Menge einer Substanz bzw. eines Giftstoffes. Die Menge Gift, die dazu führt, dass die Hälfte der Versuchstiere stirbt, wird dann als LD50-Wert bezeichnet. Sie wird beispielsweise angegeben in Milligramm Giftstoff pro Kilogramm Körpergewicht des Versuchstieres.

Beispiel

LD50 (Ratte) = 200 mg/kg. Dies bedeutet, dass für Ratten, die 500 Gramm schwer sind und denen 100 mg Giftstoff verabreicht werden, ein Todesrisiko von 50 % besteht.

Bei flüchtigen bzw. eingeatmeten Stoffen lässt sich die absolute Menge, die ein Versuchstier aufgenommen hat, nur schwer ermitteln. In solchen Fällen gibt man entsprechend die letale Konzentration (LC50) an und die Zeit, in der die Tiere dem Stoff ausgesetzt waren: LC50 (Ratte) = 1 mg/4 Std. bedeutet, dass ein Stoff, von dem sich ein Milligramm in einem Liter Luft befindet, bei 50 % der Ratten den Tod bewirkt, wenn er über 4 Stunden eingeatmet wird.

Die Aussagefähigkeit des LD50-Wertes wird heute oft in Frage gestellt, denn dieser Wert bezieht sich auf einen bestimmten Tierstamm unter definierten Haltungs- und Versuchsbedingungen, so dass eine Extrapolation des Wertes für eine andere Tierart oder den Menschen nicht wirklich verlässlich möglich ist. Die Untersuchung der letalen Eigenschaft einer Substanz erlaubt zudem keine Aussage über andere, möglicherweise langfristige toxische Wirkungen. Und nicht zuletzt gibt es auch Bestrebungen der Tierschutzgesetzgebung, hier andere Testverfahren wie z.B. in vitro-Tests oder Tests an Invertebraten einzuführen.

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