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Pilzgifte und Mykotoxine

Infektionen durch Schimmelpilze und Hefen

Infektionen mit Schimmelpilzen sind selten. In der Regel können sie sich nur dann im Körper festsetzen, wenn das Immunsystem massiv geschwächt ist. Vor allem die Gattungen Aspergillus und Mucor können sich in feuchten Körperöffnungen und -nischen einnisten (Aspergillose). Infektionen durch Penicillium-Stämme sind seltener.

Von Schimmelpilz-Mykosen können folgende Körperpartien betroffenen sein:

Abb.1
Relative Schimmelpilzbelastung der Luft in Mitteleuropa

Infektionen durch Hefen

Häufiger als Infektionen durch Schimmelpilze treten Infektionen durch Hefen auf. Für den Menschen ist die wichtigste pathogene Hefe-Art Candida albicans: Etwa 90 % aller Candidosen gehen auf das Konto von C. albicans.

Behandlung von Pilzinfektionen

Antimykotika sind fungistatisch oder fungizid wirkende Arzneimittel. Sie werden äußerlich lokal angewendet, können aber auch oral in Tablettenform, z.B. zur Therapie von Candida-Infektionen des Darms eingesetzt werden (Darmsanierung). Ketoconazol hemmt die Ergosterol-Biosynthese der Pilzzellenmembran.

Abb.2
Strukturformel des Antimykotikums Ketoconazol

Für die Behandlung eines Pilzbefalls innerer Organe stehen intravenös einsetzbare Antimykotika zur Verfügung, z.B. Amphotericin B (aus dem Bakterium Streptomyces nodosum). Die Wechselwirkung von Amphotericin B mit Ergosterol und anderen Membransteroiden verursacht Permeabilitätsstörungen der Cytoplasma-Membran (Erhöhung der K+-Permeabilität). Die Wechselwirkung mit anderen Steroiden ist für die zum Teil erheblichen Nebenwirkungen des Wirkstoffs verantwortlich.

Abb.3
Strukturformel des Antimykotikums Amphotericin B
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