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Antibiotika

Antibiotische und antivirale Substanzen

Abb.1
Nucleosid-Antibiotika: Puromycin und 3´-Amino-3´-desoxyadenosin

Medikamente zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten werden als Antibiotika bezeichnet. Hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Antibiotika in ihrer Wirkungsweise. Einige beeinflussen die Biosynthese der bakteriellen Zellwand oder schädigen deren Funktionen. Des Weiteren wurden Antibiotika entdeckt, die die DNA der Mikroorganismen angreifen und funktionsunfähig machen. Ebenfalls können Antibiotika selektiv die Funktionen der bakteriellen Ribosomen beeinträchtigen und somit die Proteinsynthese der Mikroorganismen erheblich stören bzw. zum Erliegen bringen. Zu der letzten Gruppe gehören die Nucleosid-Antibiotika.

Hierbei handelt es sich um Nucleoside mit Modifizierungen an der Basenkomponente bzw. an der 3'-Position der Zuckerkomponente. Die Purin-Nucleosid-Derivate stellen die am meist verbreiteten Vertreter dieser Gruppe Antibiotika dar und wirken extrem toxisch gegenüber Bakterien, tierischen Zellkulturen, Tumoren oder Viren. Somit fungieren auch enge Verwandte des Adenosin-triphosphats (ATP) als Antibiotika. Zum Beispiel wird 3'-Amino-3'-desoxyadenosin von Cordyceps militaris hergestellt oder der Pilz Aspergillus nidulans synthetisiert das Adenosin-Derivat 3'-Desoxyadenosin.

Antibiotika wurden von den Mikroorganismen selbst aufgrund des gegenseitigen Konkurrenzkampfs entwickelt. Die meist sporenbildenden Organismen werden heute industriell genutzt, um gezielt bestimmte Antibiotika in großen Mengen herzustellen.

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