Die freie Energie eines Systems

Die Entropie ist eine schwer messbare Größe zur Beschreibung eines Prozesses, da sie die Kenntnis der Entropieänderungen sowohl des Systems, als auch dessen Umgebung voraussetzt. Aus diesem Grund wurde die Größe der freien Energie eines Systems definiert, die eine Kombination aus dem Ersten und Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik darstellt. Die freie Energie (auch genannt freie Enthalpie) ist vom Weg oder molekularen Mechanismus der Umwandlung unabhängig und ist definiert als:

(1)
ΔG = ΔH T ΔS

Diese Gleichung wird auch als Gibbs-Funktion bezeichnet.

ΔGist ein Maß dafür, ob eine Reaktion spontan stattfinden kann. Es gelten folgende Zusammenhänge:

  • ΔG < 0 : Reaktion kann spontan ablaufen: exergonische Reaktion

  • ΔG = 0 : Reaktion ist im Gleichgewicht

  • ΔG > 0 : Reaktion kann nicht spontan ablaufen: endergonische Reaktion

Die Bedeutung des Konzeptes der freien Energie für Stoffwechselreaktionen

Die Änderung der freien Energie eines Systems ist demnach von der Änderung der freien Enthalpie ΔH und der Änderung der Entropie ΔS abhängig. ΔG kann nichts über die Reaktionsgeschwindigkeit aussagen; diese ist über die freie Aktivierungsenergie ΔG definiert. Dies spielt besonders bei Stoffwechselvorgängen eine große Rolle. Ungeachtet der chemischen Reaktion, die einer bestimmten Stoffwechselreaktion zugrunde liegt, kann eine Reaktion mit einem stark negativen ΔG-Wert trotzdem mit sehr langsamer Geschwindigkeit ablaufen. Erst der Einsatz eines Enzyms beschleunigt eine solche Reaktion auf ein sinnvolles Maß. Dadurch wird jedoch der ΔG-Wert einer Reaktion nicht verändert; ein Katalysator verändert lediglich die Geschwindigkeit einer Reaktion. Die Polarität des Mediums kann zum Beispiel Einfluss auf den Ablauf einer Reaktion nehmen.

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