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Vitamin A: gesundheitliche Bedeutung

Vitamin-A-Mangel (Hypovitaminose A)

Ein Vitamin-A-Mangel wirkt sich zunächst in einer Funktionsverminderung des Sehvermögens aus, da nur unzureichend Rhodopsin produziert bzw. regeneriert werden kann. Dies zeigt sich insbesondere bei abnehmender Lichtstärke als Nachtblindheit (Nyktalopie). Begleitend kann es zu einer erhöhten Blendenempfindlichkeit kommen, die dazu führt, dass auch das verbleibende Rhodopsin ausgebleicht und nicht angemessen regeneriert werden kann. Kontinuierliches Scharfsehen wird daher unmöglich, was als Tagblindheit oder Blendung empfunden wird.

Bei anhaltendem Retinol-Mangel treten Veränderungen der Epithelien in den Vordergrund: Es bilden sich verhornte Epithelschichten, die leicht von Mikroorganismen, den Xerosebakterien, besiedelt werden können. Häufige Folgen sind Xerophthalmie (Verhornung der Cornea - daraus resultiert die alte Bezeichnung "Axerophthol" für Vitamin A), Glossitis (Zungenentzündung), Vulvadystrophie, sowie Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

Vitamin-A-Mangelerkrankungen treten besonders häufig in Gegenden auf, in denen Reis das Hauptnahrungsmittel darstellt. Reis enthält nur einen geringen Anteil an Provitamin A (β-Carotin), der Mangel wird in der Regel nicht durch Verzehr von gelbem Obst oder durch grünes Blattgemüse ausgeglichen. Gefährdet sind vor allem Kinder oder Schwangere, bzw. Mütter in der Stillzeit.

Gegenmaßnahmen bestehen beispielsweise in der Gabe massiver (50.000 bis 200.000 IE1) oral) Dosen von Vitamin A, der Anreicherung von Nahrungsmitteln, Immunisierungen zur Minderung des Risikos für infektiöse Krankheiten aufgrund des Vitaminmangels, und Ernährungsumstellung. So werden in Indien oder anderen Vitamin-A-Mangelgebieten verstärkt Carotin-reiche Nutzpflanzen angebaut.

1)IE: Internationale Einheiten
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