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Weitere Informationen zur Anatomie der Netzhaut

Die Netzhaut (Retina) bildet die für die Bildentstehung verantwortliche Zellstruktur im Linsenauge. In ihr werden die eingehenden Lichtsignale in elektrochemische Impulse umgewandelt und ans Gehirn weitergeleitet. Bereits 1892 wurde der Aufbau der Netzhaut vom spanischer Mediziner und späteren Nobelpreisträger Santiago Ramón y Cajal aufgeklärt. Bei den Wirbeltieren besteht die Netzhaut aus verschiedenen Zellschichten, die verschiedenene Typen von Nervenzellen und Lichtsinneszellen enthalten: Bevor das Licht auf die Lichtsinneszellen trifft, muss es allerdings zunächst mehrere Schichten durchdringen ("inverses Auge").

Zwei Typen von Lichtsinneszellen beherbergen die Photorezeptoren des menschlichen Auges: längliche Stäbchen für das Hell-/Dunkel- und Kontrastsehen sowie kürzere, dickere Zapfen für das Farbsehen. Das Vorhandensein von mindestens zwei verschiedenen Typen von Photorezeptoren mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit ist eine Bedingung für das Farbsehen. Primaten und der Mensch sind trichromatisch, andere Säugetiere meist dichromatisch. Es gibt deshalb drei Zapfentypen, die Licht unterschiedlicher Wellenlänge wahrnehmen: den L-Typ (langwelliges Licht), den M-Typ (Licht mittlerer Wellenlänge) und den S-Typ (kurzwelliges Licht). Damit kann der Mensch etwa 7106 Farbtöne wahrnehmen, in einem Farbspektrum von etwa 390 bis etwas über 700 nm. Insgesamt gibt es in der Retina 6.400.000 Zapfen und 110.000.000 bis 125.000.000 Stäbchen. Die Stäbchen sind mehr oder weniger gleichmäßig verteilt (80 - 100.000 Stäbchen pro mm2, mit einem Maximum etwa 18° von der Fovea entfernt und dünner Verteilung am Rand der Netzhaut), während die Zapfen in der Sehgrube (Fovea centralis) besonders dicht stehen. Die Photorezeptoren übertragen den optischen Reiz auf verschiedene Nervenzellen. Diese können in zwei große Gruppen eingeteilt werden: die Schaltzellen (bipolare Zellen, Horizontalzellen und amakrine Zellen) und die Nervenzellen (Ganglienzellen und Gliazellen).