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Nachweis von Bromid

Nachweis von Bromid

Vorprobe

Eine Vorprobe ist kein eigentlicher Nachweis, liefert aber oft schon hilfreiche Hinweise auf die An- oder Abwesenheit eines Elementes.

Bei der Vorprobe auf Br versetzt man die feste Analysensubstanz mit konzentrierter Schwefelsäure und erwärmt gegebenenfalls. Liegt Bromid vor, dann entweicht Br2 als brauner Dampf:

2HBr+ H2SO4 Br2+ SO2+ 2H2O
1. Schritt

Vorbereitung

2. Schritt

Bromidsalz in ein trockenes Reagenzglas geben und mit einigen Tropfen konzentrierter Schwefelsäure versetzen.

3. Schritt

Es entstehen braune Dämpfe.

Abb.
1. Schritt

Vorbereitung

Abb.
2. Schritt

Bromidsalz in ein trockenes Reagenzglas geben und mit einigen Tropfen konzentrierter Schwefelsäure versetzen.

Abb.
3. Schritt

Es entstehen braune Dämpfe.

Warnung
Achtung bei eventueller Anwesenheit von Chlorat, ClO3: Hierbei entsteht Chlordioxid, ClO2, welches explosionsartig zerfällt. Diese Vorprobe darf nur im Abzug durchgeführt werden.

Fällung von Silberbromid

Die klare Lösung des Sodaauszugs wird mit verdünnter Salpetersäure angesäuert (Mit pH-Papier prüfen!) und tropfenweise mit Silbernitrat-Lösung versetzt. Bei Anwesenheit von Bromid bildet sich ein hellgelber, lichtempfindlicher Niederschlag, der sich nach dem Abzentrifugieren und Waschen mit Wasser in konzentrierter Ammoniak-Lösung, nicht aber in verdünnter Ammoniak-Lösung oder in Ammoniumcarbonat-Lösung löst. Beim Verdünnen der Ammoniak-Lösung fällt Silberbromid wieder aus.

1. Schritt

Vorbereitung

2. Schritt

Die Probelösung wird mit Salpetersäure angesäuert.

3. Schritt

Tropfenweise Zugabe von Silbernitrat-Lösung bis kein hellgelber Niederschlag mehr entsteht.

4. Schritt

Der Niederschlag wird von der Lösung abzentrifugiert und mit Wasser gewaschen.

5. Schritt

Zugabe von konzentrierter Ammoniak-Lösung.

6. Schritt

Nach Verdünnen der Ammoniak-Lösung fällt hellgelbes Silberbromid wieder aus.

Abb.
1. Schritt

Vorbereitung

Abb.
2. Schritt

Die Probelösung wird mit Salpetersäure angesäuert.

Abb.
3. Schritt

Tropfenweise Zugabe von Silbernitrat-Lösung bis kein hellgelber Niederschlag mehr entsteht.

Abb.
4. Schritt

Der Niederschlag wird von der Lösung abzentrifugiert und mit Wasser gewaschen.

Abb.
5. Schritt

Zugabe von konzentrierter Ammoniak-Lösung.

Abb.
6. Schritt

Nach Verdünnen der Ammoniak-Lösung fällt hellgelbes Silberbromid wieder aus.

Der hellgelbe AgBr-Niederschlag (Löslichkeitsprodukt L ( AgBr ) = 5.0 10 13 mol 2 L 2 ) ist in verdünnter Salpetersäure stabil. Bei einer Ammoniakkonzentration, wie sie in konzentrierter Ammoniak-Lösung vorhanden ist, bildet sich der Silberdiamminkomplex, [Ag(NH3)2]+. Bei Verringerung der Ammoniakkonzentration durch Verdünnung mit Wasser fällt AgBr wieder aus, eventuell vorhandenes AgCl bleibt in Lösung.

Br+ Ag+ AgBr AgBr+ 2NH3 [Ag(NH3)2]++ Br [Ag(NH3)2]++ 2H++ Br AgBr+ 2NH4+
Hinweis
Unter den angegebenen Bedingungen fallen ebenfalls Chlorid als weißes Silberchlorid, AgCl, und Iodid als zitronengelbes Silberiodid, AgI, aus. Silberchlorid löst sich in Ammoniumcarbonat-Lösung unter Bildung des Silberdiamminkomplexes wieder auf, Silberiodid löst sich auch in konzentrierter Ammoniak-Lösung nicht.

Oxidation zu elementarem Brom

Die farblose Lösung des Sodaauszugs wird mit verdünnter Schwefelsäure angesäuert und mit Chloroform oder Dichlormethan (ca. 1 mL) unterschichtet. Nach Zugabe von einigen Tropfen Chlor-Wasser färbt sich die organische Phase braun. Eine weitere Zugabe von Chlor-Wasser bewirkt eine Aufhellung der braunen Farbe.

1. Schritt

Vorbereitung

2. Schritt

Die angesäuerte Lösung des Sodaauszugs wird mit Chloroform unterschichtet.

3. Schritt

Tropfenweise Zugabe von Chlor-Wasser.

4. Schritt

Das entstandene Brom färbt das Chloroform braun.

Abb.
1. Schritt

Vorbereitung

Abb.
2. Schritt

Die angesäuerte Lösung des Sodaauszugs wird mit Chloroform unterschichtet.

Abb.
3. Schritt

Tropfenweise Zugabe von Chlor-Wasser.

Abb.
4. Schritt

Das entstandene Brom färbt das Chloroform braun.

Bromid wird durch Chlor zu Brom oxidiert, das sich mit brauner Farbe in der organischen Phase löst. Eine Zugabe von überschüssigem Chlor führt zur Bildung von blassgelbem Bromchlorid, einer Interhalogen-Verbindung.

2Br+ Cl2 Br2+ 2Cl Br2+ Cl2 2BrCl
Hinweis
Enthält die Analyse Iodid, wird dieses unter den angegebenen Bedingungen vorrangig zu Iod oxidiert, das sich mit violetter Farbe in der organischen Phase löst.
  1. Liegen Bromid und Iodid nebeneinander vor, so fällt bei langsamer, tropfenweiser Zugabe von Chlor-Wasser aufgrund der leichteren Oxidierbarkeit (stärkeres Reduktionsmittel) zuerst I2 aus: I Cl 2 I2 CHCl3: violett  
  2. Das Iod wird dann zu ICl3, HIO3 weiteroxidiert: I2 Cl 2 ICl3 / HIO3 CHCl3: farblos  
  3. Anschließend wird das schwächere Reduktionsmittel Bromid zu Brom oxidiert: Br Cl 2 Br2 CHCl3: braun  
  4. Bei weiterem Zusatz von Chlor-Wasser wird auch das Brom noch weiteroxidiert: Br2 Cl 2 BrCl CHCl3: gelblich

Beim vorsichtigen Arbeiten mit einem Überschuss an Chlor-Wasser lässt sich also Bromid neben Iodid nachweisen. Hierzu muss man so lange Chlor-Wasser zugeben, bis die vom Iod anfänglich violett gefärbte organische Phase braun geworden ist (positiver Bromidnachweis) oder sich vollständig entfärbt hat (negativer Bromidnachweis).

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