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Kaliumhexacyanoferrat(II)

Synthese von Kaliumhexacyanoferrat(II)

Historisches

Erstmalig wurden Kalumhexacyanoferrate 1752 von P. J. Macquer beschrieben. J. Liebig beschreibt 1841 die Synthese von K4[Fe(CN)6]·3 H2O, bei der tierische Abfälle unter Luftabschluss mit K2CO3 und Eisenspänen in Eisengefäßen erhitzt wurden. Das Reaktionsprodukt wurde mit Wasser ausgelaugt und die Lauge eingeengt. Ältere Vorschriften beruhen auf der Zersetzung von Berliner Blau mit KOH oder K2CO3 nach der Gleichung:

Fe4[Fe(CN)6]3+ 12KOH 3K4[Fe(CN)6]+ 4Fe(OH)3

Technische Synthese

Die Darstellung von gelbem Blutlaugensalz erfolgt durch Einwirkung von Calciumhydroxid und Cyanwasserstoff (Blausäure) auf Eisen(II)-chlorid. Das entstehende Calciumhexacyanoferrat(II) wird dann mit Kaliumcarbonat in das K4[Fe(CN)6] überführt.

Fe2++ 6HCN+ 3Ca(OH)2 Ca2[Fe(CN)6]+ Ca2++ 6H2O Ca2[Fe(CN)6]+ 4K++ 2CO32 K4[Fe(CN)6]+ 2CaCO3

Aus der wässrigen Lösung entsteht das Kaliumhexacyanoferrat(II) als gelbes Trihydrat, das beim Erwärmen über 60 °C in den weißen wasserfreien Komplex übergeht. Ausgangsstoff für die Synthese von Kaliumhexacyanoferrat(II) ist heute oft technisch verbrauchte Gasreinigungsmasse aus Heizgasen, die Cyanverbindungen des Eisens enthält. Aus ihr wird, durch Umsetzung mit Wasser, Kalk (Ca(OH)2 ) und Kaliumchlorid, CaK2[Fe(CN)6] gebildet. Dieses wird mit Kaliumcarbonat in das K4[Fe(CN)6] überführt.

Darstellung im Labor

Die Synthese erfolgt durch Zusatz einer Kaliumcyanid-Lösung auf eine Eisen(II)-Salzlösung, wobei Eisen(II)cyanid ausfällt, das sich beim Überschuss an Cyanid sofort in Kaliumhexacyanoferrat(II) umwandelt.

Fe2++ 2CN Fe(CN)2 Fe(CN)2+ 4CN [Fe(CN)6]4 Fe2++ 6CN [Fe(CN)6]4
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