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Kaliumhexacyanoferrat(II)

Reaktivität von Kaliumhexacyanoferrat(II)

Protolyse

Bei der Umsetzung mit verdünnter Salzsäure bildet sich die starke vierbasige Hexacyanoeisen(II)säure,

K4[Fe(CN)6]+ 4H+ H4[Fe(CN)6]+ 4K+

die beim Kochen Cyanwasserstoff entwickelt.

Beim Erhitzen mit verdünnten Säuren findet Zersetzung unter Bildung von HCN statt:

[Fe(CN)6]4+ 6H+ 6HCN+ Fe2+

Reaktion mit Fe(III)-Salzlösungen

Bei der Reaktion mit Eisen(III)-Salzlösungen bildet sich entweder lösliches Berliner Blau (K[FeIIIFeII(CN)6]·aq) oder Berliner Blau (Fe4III[FeII(CN)6]3·aq).

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Abb.1
FeII/FeIII /CN--Struktur

Die Abbildung zeigt eine idealisierte Darstellung des FeII /FeIII/CN- -Teils der Struktur von K[FeIIIFeII(CN6)]·aq und Fe4III[FeII(CN6)]3·aq. Kaliumkationen und Kristallwasser finden sich in den Hohlräumen und sind nicht abgebildet. Im Berliner Blau sind einige der CN--Positionen mit Kristallwassermolekülen besetzt.

Komplexstabilität

Der Komplex [Fe(CN)6]4- ist außerordentlich stabil und bleibt daher beim Lösen des gelben Blutlaugensalzes in Wasser erhalten.

K4[Fe(CN)6] 4K++ [Fe(CN)6]4

Gewöhnliche Nachweisreaktionen auf Fe2+ und CN- bleiben aus, beispielsweise erfolgt keine Fällung von FeS und AgCN.

Bildung von Prussiaten

Durch Ersatz einer Cyano-Gruppe des Hexacyanoferrates durch andere Liganden (z.B. H2O, NH3, CO, NO+) entstehen Prussiate (Pentacyanoferrate). Das Nitrosylprussiat ([Fe(CN)5NO]2-) mit NO+ als Ligand entsteht aus [Fe(CN)6] 4- mit Salpetersäure und enthält formal Fe mit der Oxidationsstufe +I.

Reaktion mit Schwefelsäure

Beim Erhitzen von gelben Blutlaugensalz mit konzentrierter Schwefelsäure wird Kohlenstoffmonoxid freigesetzt.

K4[Fe(CN)6]+ 6H2SO4+ 6H2O 2K2SO4+ FeSO4+ 3(NH4)2SO4+ 6CO

Reaktion mit Kupfer(II)-salzlösung

Bei der Reaktion bildet sich technisch bedeutsames, braunes Kupferhexacyanoferrat(II).

[Fe(CN)6]4+ 2Cu2+ Cu2[Fe(CN)6]
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