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Kaliumcyanid

Reaktivität von Kaliumcyanid

Protolyse und Hydrolyse

Wässrige KCN Lösungen reagieren stark alkalisch, weil HCN eine schwache Säure ist (pKa = 9,21).

CN+ 2H2O HCOO+ NH3

Bei höheren Temperaturen tritt Hydrolyse unter Bildung von Formiaten ein.

K++ CN+ 2H2O NH3+ HCOOK

Komplexbildung

Cyanidionen bilden mit vielen Metallionen stabile Cyanokomplexe, beispielsweise mit Ag+ den linear gebauten Dicyanokomplex und mit Fe2+ oktaedrisch koordiniertes Hexacyanoferrat(II), dessen Kaliumsalz, K4[Fe(CN)6] als gelbes Blutlaugensalz bekannt ist.

2CN+ Ag+ [Ag(CN)2] 6CN+ Fe2+ [Fe(CN)6]4

Die Bildung von Cyanokomplexen hat einen erheblichen Einfluss auf die Standardpotenziale der Zentralatome, wie nachfolgend für die Edelmetalle Ag/Ag+ und Au/Au+ dargestellt ist.

Ag++ e Ag ( = + 0,799  V ) [Ag(CN)2]+ e Ag+ 2CN ( = 0,310  V ) Au++ e Au ( = + 1,691  V )

In Gegenwart von Cyaniden werden Gold und Silber schon durch Luftsauerstoff oxidiert, was in der Cyanidlaugerei bei der Gewinnung der Edelmetalle (M = Ag, Au) ausgenutzt wird.

4M+ 8CN+ 2H2O+ O2 4[M(CN)2]+ 4OH

Aus den Cyanokomplexen sind die Edelmetalle durch Reduktion mit Zink erhältlich (Zementation).

2[M(CN)2]+ Zn 2M+ [Zn(CN)4]2

Reaktion mit Schwefelsäure

Bei der Reaktion von Kaliumcyanid mit konzentrierter Schwefelsäure wird Kohlenstoffmonoxid gebildet.

2KCN+ 2H2SO4+ 2H2O K2SO4+ (NH4)2SO4+ 2CO

Oxidation von KCN

Die Reaktion mit Schwefel dient der Darstellung von Alkalithiocyanaten.

8KCN+ S8 8KSCN

Durch Bleioxid wird Kaliumcyanid zu Kaliumcyanat oxidiert.

KCN+ PbO Pb+ KOCN

Die Reaktion mit Selen ist von technischer Bedeutung. Sie dient der Gewinnung von Selen aus Abfallstoffen (Bleikammerschlamm, Flugstaub vom Rösten sulfidischer Erze) durch Extraktion mit KCN-Lösung.

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